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"Statistiken sind mir egal"

(Mittwoch, 22. März 2006 von Heiner Detert & Patrick Rutishauser)


Er ist wieder da, unser Teamplayer unter den Körben! Lange Zeit wärmte er während der Spiele nur den Plastiksitz der Spielerbank. Durch den Ausfall von Antonio Meeking bekam er zuletzt wieder mehr Spielanteile – und machte seine Sache gut. Im Spiel gegen Abstiegs- konkurrent Nürnberg wurde er zum Matchwinner. Wir sprachen mit ihm über die aktuelle Situation des Teams. 


Bernd, warum läuft es in dieser Saison nicht rund bei den DEUTSCHE BANK SKYLINERS?


Wir hatten als Mannschaft viele Probleme. Viele Ver- letzungen, viele Leute waren in der Vorbereitung nicht da. Zu viel Rotation, die Leute wussten nicht,  welche Rolle sie spielen. Dann kamen wieder neue Leute dazu, andere haben sich wieder verletzt. Gerade wenn man viele neue Leute hat, muss man sich erst aneinander gewöhnen. Das ist schwierig für eine Mannschaft, gerade auch wenn so ein wichtiger Spieler wie Pascal am Anfang fehlt. Man konnte auch nicht voraussehen, dass er zweimal umknickt und einen anderen Spieler holen.


Spieler wie Ellis und Williams haben das Team verlassen. Viele sehen darin den Grund der aktuellen Misere. Wurden diese Spieler nicht adäquat ersetzt?


Nein. Wir haben schon gute Leute in der Mannschaft. Doch bei uns ist im Moment jeder ein bisschen zu sehr mit sich selbst beschäftigt.


Seit Nürnberg geht es wieder bergauf bei Dir. Hat der Coach Dir gesagt, dass Du mehr scoren sollst?


Das kam halt irgendwie so. Ich wurde auch gut angepasst, habe ab und zu mal einen durchgesteckt gekriegt und so kommt man dann auf die Punkte.


Aber Du hattest nicht das Gefühl, die anderen trauen sich nicht, also muss ich jetzt ran?


Es wurde schon gesagt, dass wir mehr forcieren sollen, dass wir mehr Punkte unter dem Korb brauchen.


Was geht in einem vor, wenn man lange Zeit nur auf der Bank sitzt? Ballt man da die Faust in der Tasche? 


Ich habe so was ähnliches auch letztes Jahr schon erlebt. Aber das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Ich weiß ja, was ich kann. Man verlernt das ja nicht. Da lass ich mir auch nichts einreden, ich gehe da meine Linie durch.


Ist es einfacher, wenn man Spieler neben sich hat, wie Chris Williams, Tyrone Ellis, auf die Du ablegen kannst? Bist du dann viel mehr in Deinem Element?


Klar ist es einfacher, wenn man selbstbewusste Spieler neben sich hat. Aber ich kann ja auch ein schlechtes Spiel gemacht haben, auch wenn ich 16 Punkte mache. Ich bin einfach froh, wenn der Ball läuft. Was ich da für Statistiken produziere, ist mir egal. Ich will einfach nur eine Station sein auf dem Weg zum offenen Wurf. Für mich persönlich ist es das wichtigste, Teil einer gut funktionierenden Mannschaft zu sein. Punkte, Assists usw. ergeben sich dann von ganz alleine.


Hast Du wirklich kein Eigeninteresse, häufiger mal mehr als 20 Punkte zu machen?


Das ist genau das, was dann eine Blockade hervorruft. Wenn man sich das vorher vornimmt, klappt´s meistens nicht. Ich habe das auch schon zum einen oder anderen Mitspielern gesagt: Mach Dich frei von Deiner persönlichen Statistik! Ich sage immer: Wenn ich den Ball abspiele, mache ich zwei glücklich: Mich selbst, weil ich ein gutes Anspiel gegeben habe und den Schützen, der Punkte machen kann.


Und wie war das in Nürnberg? Hattest Du da vorher das Gefühl heute bin ich gut drauf und mache mal die Punkte?


Als ich in Nürnberg spielte, habe ich versucht, solide gute Sachen zu machen und keinen Harakiri-Kram. Bei Bamberg beispielsweise gibt es sieben oder acht Leute, die zweistellig Punkten. Wen soll man da herausnehmen? Konzentriert man sich da auf ein oder zwei in der Verteidigung, sind immer noch die anderen da, die die Punkte machen. Das macht dich als Gegner fertig. Hier ist es genau so. Es gibt viele, die scoren können. Man muss natürlich einen Superstar erstmal ersetzen, aber dann als Mannschaft spielen.


Findest Du, dass Ihr unter dem neuen Coach besser geworden seid?


Wir spielen auf jeden Fall schon eine bessere Verteidigung, auch wenn wir immer noch dumm Spiele weggeben. Auch im Angriff sind wir disziplinierter. Es ist einfach ein sch... Jahr. Es gilt, das abzuhaken und noch schnell ein paar Siege zu holen.