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"Ich möchte etwas Neues erleben"

(Freitag, 10. Juli 2009 von Miles Schmidt-Scheuber, Übersetzung ins Deutsche von Dominik Maximilian Wolf)


Marius, willkommen in Frankfurt. Ich war wirklich erfreut als ich gehört habe, dass Du bei den DEUTSCHE BANK SKYLINERS unterschrieben hast, weil das Team dadurch einen Spieler mit Charakter bekommt. Ich kann mir vorstellen, dass es nicht schwer war, bei einem Team wie den DEUTSCHE BANK SKYLINERS zu unterschreiben?


Marius Nolte: Ich verbrachte einen tollen Tag in Frankfurt und ich hatte die Chance, jeden zu treffen und die Trainingseinrichtungen zu sehen. Als ich gesehen habe, wie freundlich jeder war und wie professionell das Umfeld war, hat mir das sehr geholfen eine Entscheidung zu treffen. Du hast Recht, danach war es wirklich nicht schwer.


Du hast in Paderborn gespielt und warst das Herz und die Seele des Teams. Wie schwer war es, der Organisation zu sagen, dass es Zeit ist zu gehen?


Wenn du in einem Club für so lange Zeit bist, sind die Gespräche und die Verhandlungen mit dem Büro ziemlich einfach. Ich hatte ein sehr gutes Gespräch, bei dem ich fähig war, sehr offen über meine Wünsche/Aussichten/Ängste zu sprechen. Ich glaube die Leute im Büro wussten, dass ein Wechsel vielleicht das Beste für mich war. Der schwere Teil dabei war, herauszufinden, was ich wirklich wollte. Nachdem ich das herausgefunden hatte, verstand jeder in Paderborn meine Entscheidung.


Ich habe gedacht, dass Du in Paderborn bis zur Rente bleibst. Wolltest Du etwas Neues?


Im Moment denke ich, dass es das Beste für mich ist, etwas Neues zu sehen und zu erleben. Vielleicht gehe ich in ein paar Jahren zurück nach Paderborn. Aber ich will nicht so weit nach vorne schauen. Jetzt bin ich nur noch auf ein neues Kapitel in meinem Leben fokussiert.


Es ist kein Geheimnis, dass Center nie eine einfache Zeit bei Murat Didin hatten. Ist das etwas, worüber Du nachgedacht hast?


Ich habe versucht, alles zu berücksichtigen als ich darüber nachgedacht habe, nach Frankfurt zu kommen. Und offensichtlich ist ein Trainer einer der größten Aspekte für dich als Spieler. Ich denke, wenn ich hart trainiere und die Dinge tue, die Murat von mir erwartet, wird es da keine Probleme geben.


Du bist in Salzkotten aufgewachsen und hast im kleinen Paderborn gespielt. Wie groß ist die Umstellung für Dich, in so eine große internationale Stadt zu kommen?


Ich sah die Sporthalle und es war ein normal großer Basketball Court. Das ist was zählt, oder? (lacht)


Woran erinnerst Du Dich mehr: dass Du mit Paderborn 2005 mit nur einem Punkt im Pokal gegen Frankfurt verloren hast oder dass Du damals Dein bestes Spiel mit 21 Punkten und 10 Rebounds gemacht hast?


Ich erinnere mich sicher an das Ausscheiden mehr, als an meine eigene Leistung. Wir waren so nah dran und wir haben wirklich geglaubt, dass wir gewinnen können. Das war sehr bitter, aber ich weiß, dass uns das stärker für unsere Ziele in der zweiten Liga damals gemacht hat.


Wenn Du den Namen Pascal Roller hörst, woran denkst Du dann?


Dreier, Vorlagen, Führungsqualität…alles was man braucht, um ein Spiel zu gewinnen. Immer wenn uns Frankfurt geschlagen hat, war es Pascal, der das Spiel entschieden hat.


Hast Du schon mit Trainer Murat Didin gesprochen? Was war Dein Eindruck von ihm als Trainer?


Wir haben in Frankfurt zusammen gegessen. Er hat ein paar lustige Geschichten erzählt und war sehr freundlich. Er hat auch seine Wege und Ideen als Trainer erklärt. Der erste Eindruck war gut.


Du spielst gerne mit dem Rücken zum Korb. Mit welchem Basketballspieler würdest Du Dein Spiel vergleichen?


Ich hatte immer meinen eigenen – etwas unkonventionellen – Stil. Es gibt keinen speziellen Spieler, mit dem ich mich wirklich vergleiche. Aber wenn ich Bewegungen klauen könnte, würde ich einige von Aleksandar Nadjfeji und Chris Ensminger nehmen. Diese zwei haben sicher das beste und größte Repertoire.


Du hast sehr spät mit Basketball angefangen. Doug Spradley hat Dir sehr geholfen, sich in einer kurzen Zeit sehr zu verbessern. Wie wichtig war er für Deine Karriere?


Doug ist einfach klasse. Er hat immer an mich geglaubt und hat mir eine Menge Selbstbewusstsein gegeben. Fast alles, was ich über Basketball weiß habe ich von ihm gelernt und ich bin sehr dankbar. Ich glaube, das Vertrauens- und Respektlevel, das wir durch die letzten Jahre erreicht haben, ist sehr speziell. Er war ein sehr guter Trainer und ich wünsche ihm viel Glück in Bremerhaven.


Was ist Deine liebste Erinnerung an acht Jahre Paderborn? Die 50 Siege Saison oder die 5 Spiele Serie gegen ALBA Berlin?


Wieder ist das schwer zu beantworten. 50 Spiele in Folge zu gewinnen war so gut, weil gewinnen an sich ein großer Spaß ist. Aufzusteigen war ein großartiges Gefühl und eine große Leistung. Die Play-offs zu erreichen war auch großartig, weil niemand gedacht hatte, dass wir es schaffen können. Und sicher waren die zwei Play-offspiele gegen ALBA außergewöhnlich. Die Atmosphäre in der Maspernhalle während dieser Spiele war einfach unbeschreiblich. Aber ich bin auch froh darüber, harte Zeiten erfahren zu haben. Am Boden der Tabelle zu sein oder finanzielle Probleme zu haben. Fähig zu sein, solche Zeiten zu überstehen, sind genauso bemerkenswerte Erinnerungen.


Du warst ein Teil der berühmten 3 Paderborner Musketiere, mit Tim Black und Steven Esterkamp. Sie sprechen immer in hohen Tönen von Dir. Sie müssen wie Brüder für Dich gewesen sein. Was machte diese Beziehung so besonders?


Wir haben zusammen viel erlebt: Siege, Niederlagen, eine Meisterschaft, Partys, Kämpfe, usw. Diese Dinge haben uns wirklich zusammengeschweißt. Ja, sie sind wie Brüder für mich. In einem Geschäft wie Basketball, denke ich, ist so was etwas sehr besonderes.


Ilian Evtimov ist der DEUTSCHE BANK SKYLINERS Filmexperte, aber Du sieht auch gerne Filme. Welchen Film oder DVD kannst Du empfehlen?


Neulich habe ich wieder „The Prestige“ gesehen und ich muss sagen, das ist einer meiner Lieblings Filme. Und mit Filmen wie „Memento“, „Batman Begins“ oder „The Dark Knight“, denke ich, ist Christopher Nolan auch einer der besten Regisseure.


Du magst es, Gitarre zu spielen, Evtimov kann auch Piano spielen und ich kann ein bisschen singen, wenn ich meine Noten treffe. Mit Deinem Talent auf der Gitarre, welches Lied könntest Du spielen?


Ich habe kürzlich „The Hangover“ gesehen. In diesem Film spielt die Band eine lustige Version von „Candyshop“. Das ist was wir spielen sollten.


Wo warst Du, als Du vom Tod von Michael Jackson hörtest?


Ich war auf dem Weg ins Bett und habe noch schnell meine E-Mails gelesen. Plötzlich sah ich die Überschrift auf Spiegel Online. Ich bin ins Schlafzimmer gegangen und habe zu meiner Freundin gesagt „MJ ist tot“. Sie sagte: „ Ja genau“ und ist eingeschlafen. Am nächsten Morgen hat sie mir aber dann geglaubt.


Was hat der Künstler Michael Jackson für Dich bedeutet?


Ich muss zugeben, dass ich nie ein großer Fan der Person Michael Jackson war. Aber seine Lieder sind klasse und wirklich unsterblich.


Wie sieht ein normaler Trainings-/Basketballtag von Marius Nolte im Sommer aus?


Erfreulicherweise, neben dem Training mit Salzkotten, haben Robert Oehle und ich die Chance mit einem sehr guten Fitnesstrainer zusammenzuarbeiten. Mit ihm machen wir Gewichts-, Stabilisations- und Lauftraining. Neben dem spiele ich ein bisschen Volleyball und ein bisschen Fußball - oder ich genieße einfach meine Freizeit.


Danke für das Interview Marius. Bis bald in Frankfurt!


Danke Miles. Ich freue mich darauf. Wir sehen uns dort.