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"Ich bin ein kleiner Komiker"

(Dienstag, 22. August 2006 von Marc Rybicki)


George, Du trainierst jetzt seit einer Woche mit dem Team. Wie sind die ersten Eindrücke?

Wir trainieren sehr intensiv. Das muss auch so sein, denn das Training vor einer Saison ist  unheimlich wichtig, um Grundlagen aufzubauen und alle Spieler auf denselben Level zu bringen. Die Atmosphäre im Team ist sehr gut. Wir gehen nach dem Training zusammen essen, unterhalten uns und jeder ist für den anderen da. Wir sind auf dem richtigen Weg.


Woran arbeitete Ihr im Training?

Vor allen Dingen an der Transition, dem Umschalten zwischen Offense und Defense oder umgekehrt. Wir wollen ein sehr schnelles Team werden. Deshalb arbeiten wir auch stark an unserer Kondition, sprinten viel und machen alles, um bis zum Saisonstart in Topform zu sein.


Du hast erwähnt, dass Ihr schnell spielen wollt. Dementsprechend ist das Team auch relativ "klein" aufgestellt. Meinst Du, dass Ihr in der Saison einen Größennachteil im Vergleich zu anderen Mannschaften spüren könntet?

Ich weiß, dass es einige große Spieler in der Liga gibt. Doch wenn Du nicht gerade "Shaq" in der Zone gegen dich hast, bekommst du es meist mit langen Jungs zu tun, die langsam sind und nicht so hoch springen. Das heißt, wir können unsere Athletik ausspielen und sie unter Druck setzen. Ich sehe da keine Nachteile für uns.


Du machst einen selbstsicheren und ausgeglichenen Eindruck. Im Training scheinst Du außerdem ein Spaßvogel zu sein...

(lacht) Ja, ich bin ein kleiner Komiker. Ich lache gerne und verbreite gute Laune. Das hilft der Teamchemie. Wenn man zusammen Spaß hat, fühlt man sich einfach wohler und vertraut dem anderen mehr. Auf diesen Zusammenhalt kommt es auf dem Feld an.


Wie unser Head Coach Charles Barton stammst auch Du aus Columbus. Wusstest Du das, bevor Du unterschrieben hast?

Ich wusste, dass Coach Barton Familie in Columbus hat. Aber ich fand erst später heraus, dass er genau wie ich dort geboren und aufgewachsen ist. Unsere High School Teams spielen in derselben Conference. Es ist schon sehr angenehm, wenn Du in ein neues Team kommst und da ist jemand, der aus derselben Ecke stammt wie du. Das erleichtert den Eingewöhnungsprozess. Man fühlt sich ein bisschen heimisch. Auf der anderen Seite setzt mich das unter Druck, weil der Coach durch mich auch seine Heimatstadt repräsentiert sieht und immer ein bisschen mehr von mir verlangt. Aber das ist nicht schlimm, bloß eine zusätzliche Motivation für mich.


Hast Du dich über die BBL informiert, bevor Du nach Frankfurt kamst? Weißt Du, welche Gegner Dich erwarten?

Ich habe mit ein paar Spielern gesprochen, die schon in Deutschland waren. Sie haben mir sehr viel Gutes erzählt. Es ist eine starke und sehr ausgeglichene Liga. In diesem Jahr noch mehr, weil viele Teams von der neuen Ausländerregelung Gebrauch gemacht und sich mit amerikanischen Spielern verstärkt haben. Das wird eine sehr spannende Saison.


Du hast im College mit Brian Brown gespielt, der letztes Jahr für Trier aktiv war. Habt Ihr noch Kontakt?

Ja, wir telefonieren meist nach jedem Spiel. Ich habe zu all meinen College-Kumpels einen guten Draht. Auch zu Michael Redd, der jetzt in der NBA ist. Oder zu meinem Jugendfreund Kenny Gregory, der letztes Jahr mit Le Mans im ULEB Cup gegen Frankfurt gespielt hat.


Wie nah warst Du dran, den Sprung in die NBA zu schaffen?

Nach dem College gab es eine Zeit, in der es hätte klappen können. Aber die NBA hat auch viel mit Politik und Geschäft zu tun. Da geht es nicht nur um die sportliche Qualifikation. Es gab Typen, die in der CBA schlechter abgeschnitten haben als ich und trotzdem verpflichtet wurden. Ich wollte irgendwann dieser vagen Chance nicht mehr hinterher laufen und lieber Geld verdienen. Also bin ich nach Europa gegangen.


Im letzten Jahr warst Du All-Star und zweitbester Scorer der polnischen Liga. Wie stark ist der Wettbewerb dort im Vergleich zur französischen oder portugiesischen Liga, wo Du auch gespielt hast?

Ich war nie in Portugal! Ich weiß, dass es auf Eurobasket.com und überall in meinem Resümee steht, aber ich habe nie in Portugal gespielt. Nur in Frankreich. Im Vergleich dazu ist die polnische Liga weniger athletisch, dafür physischer und härter.


Wie erzielst Du Deine Punkte? Ziehst Du lieber zum Korb oder wirfst Du von außen?

Ich nehme, was die gegnerische Defense mir gibt. Ich versuche, so vielseitig wie möglich zu sein und nicht nur ein reiner Shooter. Wenn du für deinen Jump Shot berühmt bist, hast du bald alle Verteidiger auf deinen Füßen stehen. Ich spiele gerne auf der Position 3, um den Gegner in Match-up Probleme zu bringen, weil ich für eine typische 3 ziemlich groß bin. Wenn einer unserer größeren Jungs Foulprobleme bekommt, kann ich aber auch auf die 4 ausweichen.


In einem Zeitungsartikel wurdest Du mit der Aussage zitiert: "Ich möchte der beste Allrounder der Liga werden." Kennst Du einen Herrn namens Chris Williams?

Ja, ich habe gehört, der konnte ganz gut spielen (lacht). Mal sehen, was ich bewegen kann.


Chris Williams wurde "Big Smooth" genannt. Wie lautet Dein Spitzname?

Meine Freunde fanden, ich würde nicht aussehen wie ein George also nannten sie mich "G". Auf dem College hieß ich "G-Money", wegen der "Money-Balls", die ich so sicher im Korb unterbrachte wie Geld auf der Bank liegt.


Geld ist ein gutes Stichwort. Du wirst mit Deiner Frau Acrila in Frankfurt leben...

...und bald pleite sein (lacht). Sie wird in kürzester Zeit sämtliche Designer-Läden in der Stadt kennen. Bei H&M sollten sie schon jetzt eine VIP-Karte für sie drucken.


Wie lange seid Ihr zusammen?

Zusammen seit neun Jahren, verheiratet seit drei. Wir haben uns auf dem Junior-College kennen gelernt. Ihre beste Freundin hat uns verkuppelt. Geheiratet haben wir im Haus meiner Eltern in Columbus. Es war eine kleine, sehr schöne Feier.


Plant Ihr Nachwuchs?

Wir haben da keine feste Planung. Wenn es passiert, dann passiert`s.


Wie steht`s mit Plänen nach der Karriere?

Ich möchte etwas mit Kids machen. Bereits jetzt organisiere ich in der Off-Season ein paar Clinics in meiner Nachbarschaft. Als ich jung war, gab es so ein Angebot nicht. Vielleicht kann ich dieses Engagement in ein paar Jahren auf ganz Ohio ausdehnen. Die Kinder und Jugendlichen aus dieser Gegend brauchen positive Vorbilder, die ihnen zeigen, dass man mit Basketball eine Menge erreichen kann.