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WM 2006 in Japan - HPL’s Tagebuch Teil 5

(Donnerstag, 24. August 2006 von Hpl)


Am Donnerstag war es um 11 Uhr schon wieder 40 Grad und drückend schwül, als wir den Shuttle-Bus zur Areana bestiegen und war beeilten uns in die klimatisierte Halle zu kommen.


Das deutsche Team war sicherlich noch beeindruckt von der Vorstellung des Afrikameister, denn anders ist es nicht zu verstehen, dass die quirligen Angolaner des 1. Viertel bestimmten. Die deutsche Defense hatte vor allen Dingen mit Olimio Cipriano ihre Probleme, der die deutsche Abwehr oft wie einen Schweizer Käse aussehen ließ.


Die Afrikaner bestimmten das 2. Viertel und waren bis zur Halbzeit beim Rebound ebenbürtig und hielten das Spiel mit 30:33 offen. Nach dem Wechsel erarbeitete sich das deutsche Team eine 47:38 Führung, da sich Dirk Nowitzki und Patrich Femerling unter den Körben gut in Szene setzten konnte, doch der schnelle und wurfstarke Cipriano hielt sein Team fast im Alleingang im Spiel.


Das 4. Viertel stand wieder ganz im Zeichen des Afrikameisters, der nach 35 Minuten mit 55:51 sehr zur Freude der Zuschauer in Führung ging. Bedingt durch die zunehmende Foulbelastung auf den Schlüsselposition wirkte das Team von Dirk Bauermann sehr verunsichert und 35 Sekunden vor Schluss schien bei einer 69:66 Führung der Sieg der Angolaner eine sichere Sache. In der letzten Auszeit hatte Dirk Bauermann Guard Mithat Demirel die Order gegeben, die Lücke für einen Dreiwurf zu suchen und quasi mit der Schlusssirene setzte Mithat seinen Dreier zum 69:69.


Verlängerung war angesagt und was nun folgte, ist eigentlich kaum zu beschreiben. Angola sah beim 83:80 fünf Sekunden vor Abpfiff erneut wie der sichere Sieger aus, wäre da nicht ein gewisser Dirk Nowitzki, der mit dem nächsten Dreier in den Schlusssekunden das Spiel wieder ausglich - 95:95 und somit dritte Verlängerung.


Jetzt war auch Ademola Okulaja endlich auf seinem Niveau angekommen, nachdem ihn so mancher schon abgeschrieben hatte. Gemeinsam mit Dirk brach er in dieser Phase den letzten Widerstand der Angolaner, die mit den Schiedsrichtern haderten. Mit 108:103 war der vierte Sieg und damit Platz 2 geschafft.


Herausragend und Turnierrekord waren die 47 Punkte und 16 Rebounds von Dirk Nowitzki, der von der Freiwurflinie alle 17 Würfe traf und aus dem Feld auf 43 % kam. In der Liste der Korbjäger liegt Dirk mit 24,8 hinter dem Chinesen Yao 26,8 auf Platz 2 vor dem Spanier Pau Gasol und dem NBA-Star Dwayne Wade.


Da auch Okulaja und Greene auf 14 Punkte kamen und Femerling 12 unter dem Brett in die Reuse stopfte, war der Abschluss noch versöhnlich, doch für den engagierten Zuschauer sehr sehr schweißtreibend. Besonders der Hallensprecher hatte an diesem Tag seine besondere Freude, denn er konnte sein rollendes Dirrrk Nowitzkiiiiii in mehr als oft genug das Mikrofon hauchen.


Durch den Sieg von Neuseeland über Panama schafften neben Angola auch die Kiwis den Weg nach Tokio .


Pressestimmen


Dirk Nowitzki sagte nach dem Spiel: „Am Ende haben wir natürlich auch Glück gehabt. Aber solche Spiele bauen uns als Team auch auf. Wir wollten unbedingt Gruppen-Zweiter werden. Kämpfen können wir, wenn das spielerische jetzt auch noch dazu kommt, können wir viel erreichen.“


In der Kabine zog Bundestrainer Dirk Bauermann nach dem spektakulären vierten Sieg im fünften Vorrundenspiel innerhalb von nur sechs Tagen den Hut vor seiner Truppe: „Ich habe ihnen gesagt, wie stolz wir auf sie sind. Sie sind nach einer großen Leistung, die großen Sieger in einem großen Basketballspiel gegen einen sehr starken Gegner.“


Schließlich war es dem Star der NBA-Finalisten Dallas Mavericks vorbehalten, mit zwei Freiwürfen zum 108:101 (21,5 Sekunden vor dem Ende) den Sieg perfekt zu machen. „Es hat richtig Spaß gemacht. Es ging rauf und runter mit vielen Emotionen. Das ist es doch, warum wir alle Basketball spielen, um so etwas zu erleben. Natürlich braucht man auch ein bisschen Glück“, sagte der 28-Jährige. „Ich fühlte mich körperlich gut, war aggressiv genug und wollte der Mannschaft helfen zu gewinnen.“


„Bei der EM im letzen Jahr haben uns solche Erfolge gestärkt und sogar bis ins Finale gebracht“, erinnerte Nowitzki. „Auf die zweite Woche kommt es in einem Turnier an. Jetzt fliegen wir nach Tokio, ruhen uns aus.“


Vor dem Abflug besuchte Präsident Weiss mit Pascal Roller und Johannes Herber noch die Gedenkstätte in Hiroshima und zeigten sich sehr beeindruckt, was man hier nach der Katastrophe von 1945 alles geschaffen.


Auch für mich heisst es Abschied nehmen von einer Stadt, die mich sehr beeindruckt und dabei vor allen Dingen die Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen, auch wenn die erste Verständigung etwas schwierig war.

Mit den weltberühmten Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen geht es in einer 4-stündigen Reise nach Tokio.


Dort kommt es dann am Samstag und Sonntag zu folgen Achtelfinal-Begegnungen:


Argentinien vs. Neuseeland

Frankreich vs. Angola

Nigeria vs. Deutschland

Serbien Montenegro vs. Spanien

Griechenland vs. China

Türkei vs. Slowenien

Litauen vs. Italien

Australien vs. USA


In diesem Sinne ein etwas wehleidige „ Adieu Hiroshima mon Amour“, bis bald aus Tokio

Euer hpl