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WM 2006 in Japan - HPL’s Tagebuch Teil 2

(Montag, 21. August 2006 von Hpl)


Die örtliche Mittagshitze macht es uns schwer aus dem gut gekühlten Hotel mit dem Shuttle-Bus zur Halle zu fahren, doch die Pflichtruft, denn um 14 Uhr Ortszeit spielt unser Team gegen Neuseeland.


Auf den sonnendurchfluteten Straßen regiert nach dem Regenschirm nun der Sonnenschirm, denn die Sonne brennt unerbittlich. Die Halle war diesmal nicht ausverkauft, doch überall leuchten die schwarz-rot-goldenen deutschen Fahnen.


Das deutsche Team und vor allen Dirk Nowitzki genießen bei den japanischen Fans viele Sympathien und bei der Vorstellung der Mannschaften braust Beifall auf, als Dirk den blanken Parkett betritt. Die Kiwis versuchen mit den Maori-Tanz die Geister zu beschwören und bauen sich vor der Bank des deutschen Teams bedrohlich auf, doch hier ist man voll konzentriert.


Diese Konzentration überträgt sich von der ersten Minute auf das Spielfeld und während sich die Kiwis voll auf Dirk konzentrieren schlagen andere zu. Zuerst ist es Demond Greene, der einen Dreier versenkt und wer an die berühmte Eintagsfliege denkt, sieht sich getäuscht, denn schon wenig später schlägt der dritte Dreier ein.


Die Neusdeeländer sind völlig überrascht und versuchen mit Manndeckung den Schaden zu begrenzen. Sie nehmen zwar Greene aus dem Spiel, doch mit vier Dreiern von Robert Garrett bricht neues Unheil über sie herein. Trainer Bauermann wechselt nun Pascal für Hamann ein und endlich kommt auch Dirk zu seinem ersten Dreier nach hervorragendem Anspiel von Pascal, der anschließend auch den ersten Dreier platzieren kann und in dieser Phase beweist, dass seine Einwechslung mehr Bewegung und Dynamik ins Spiel bringt. Mit 38-17 geht es in die Halbzeit und „Blacky Schwarz“ von der dpa meint trocken „Ohne die Dreier lägen wir zurück“.


Er hatte Recht, denn 10 von 19 Dreier standen nur 4 von 14 Zweier gegenüber, während Neuseeland ohne Dreier 12 Punkte erzielte. Entscheidend war auch das deutliche Übergewicht beiden Rebounds 23 zu 12.


Angespornt durch die deutschen Dreierschützen suchten die Kiwis nun auch ihr Glück in dieser Variante und hatten mit einem 9-3 Lauf auch Erfolg, doch Robert Garrett konnte kontern und als auch Pascal noch seine Dreier versenkte, war der Widerstand gebrochen. Das 80-56 war eine deutliche Antwort auf alle Spekulationen und neben den Dreier-Königen Greene und Garrett konnte Pascal auf der Guard-Position seinen Wert eindrucksvoll beweisen.


Einige Aufregung gab es nach dem Spiel, als das Team gegen die schlechte Luft in der Mixed Zone protestierte. Die örtlichen Organisatoren achten ganz genau darauf, dass die FIBA Rules auch eingehalten werden. Heute waren von der deutschen Mannschaft nach dem Spiel zwei Spieler nicht in der Mixed Zone. Da kam dann ein aufgeregter Japaner angerannt, stürmte die Kabine und konnte die beiden fehlenden Spieler sogar beim Namen nennen. Sportdirektor Wolfgang Brenscheidt wollte auf eine lange Diskussion verzichten und erklärte die beiden Spieler kurzerhand als verletzt, was den Japaner beruhigte, die Journalisten kurz später aber sehr beschäftigte. Keiner ist verletzt, es war nur die richtige Ausrede um die Spieler zu schützen.


Die Pressestimmen


„Mit diesen zwei Siegen haben wir eine wichtige Duftmarke bei der WM gesetzt und einen großen Schritt Richtung Achtelfinale getan. Jetzt muss schon eine Menge passieren, wenn wir nicht unter die ersten Vier unserer Gruppe kommen sollten“, zog der sichtlich erleichterte Bundestrainer Dirk Bauermann zufrieden Zwischenbilanz. Der starken Mannschaftsleistung seiner Schützlinge zollte der 48- jährige Coach höchstes Lob. „Besser als in der ersten Halbzeit kann man nicht spielen. Die wichtigste Erkenntnis für mich war, dass es ein Sieg der Mannschaft war“, so Bauermann.

Dass der im Abschluss glücklose Nowitzki, der nur drei von 13 Würfen aus dem Feld heraus traf, sich ganz in den Dienst der Mannschaft stellte, respektierte Bauermann sehr. „Er hat super gepasst und gezeigt, dass er seinen Mitspielern vertraut. Diese haben ihm das Vertrauen zurückgezahlt. Deutschland ist eben nicht Schneewittchen und die sieben Zwerge.“

Der NBA-Superstar war selbstkritisch („Ich habe meinen Rhythmus nicht gefunden“), stellte aber vor allem das Positive heraus: „Super, wie wir in der Defensive gearbeitet haben. Das war ein Sieg des ganzen Teams. Wichtig ist zu gewinnen, nicht, wer die meisten Punkte macht.“ Gegen die bisher überzeugenden Spanier erwartet Bauermann wieder den „alten“ Nowitzki und glaubt fest an eine Siegchance. „Auch wenn sie für mich ein Medaillenkandidat sind, sogar auf Gold, können wir sie schlagen, wenn wir mit der gleichen Intensität wie gegen Neuseeland spielen.“ Deren US-Coach Tab Baldwin traut den Deutschen noch viel zu: „Sie werden bei diesem Turnier noch sehr weit kommen.“


In den übrigen Spielen der Gruppe B siegte Angola gegen Japan mit 87-62 und Spanien distanzierte Panama mit 101-57. Für Malik Badiane war im zweiten Spiel des Senegal gegen Puerto Rico eine Steigerung zu verzeichnen, denn er kam auf 22 Minuten Einsatzzeit 8 Punkte und 9 Rebounds, doch sein Team verlor erneut mit 88-79 gegen die Süd-Amerikaner.


Jetzt schnell wieder in die Halle, denn um 16 Uhr geht es gegen Spanien um den Gruppensieg. Spanien hat diesmal wieder NBA-Start Pau Gasol dabei und sprüht vor Selbstbewusstsein. Mit der Leistung von gestern könnte das Vorhaben gelingen. Ein besonderer Leckerbissen ist das Duell Dirk gegen Pau Gasol. Selbst bei einer Niederlagen stehen die Chancen nicht schlecht für die nächste Runde in Tokio, wo Frankreich oder Venezuela die Gegner sein könnten. Frankreich ist bisher der Pechvogel des Turniers, denn mit Fingerbruch musste Spielgestalter Tony Parker passen.


Am Dienstag ist Ruhetag und dann steht Kultur und Baden auf dem Programm. Die Insel Miiyajima. bietet da viele Sehenswürdigkeiten und einen tollen Strand zur Entspannung. Im nächsten Bericht werde ich dann auch vom Besuch einer der berühmten Garküchen berichten, wo im Viertel Okonomi Yaki die besten japanischen Pizzen serviert werden sollen. Hier heißt es dann mit Stäbchen zu essen und da habe ich noch einigen Nachholbedarf.


In diesem Sinne ein herzliches Sajoh-nala und mata aschta !

Euer hpl