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WM 2006 in Japan - HPL’s Tagebuch Teil 1

(Sonntag, 20. August 2006 von Hpl)


Nach einem ruhigen Flug von Frankfurt nach Tokio und von dort weiter zum Spielort des deutschen Teams in Hiroshima, habe ich nach einigen Stunden Schlaf endlich den Kopf frei, um meine ersten Eindrücke in den Laptop zu hämmern.


Dank der mit mir anreisenden Vietentours Fan-Gruppe gelangte ich mit dem Vietenbus zu meinem Ziel. In der Fan-Gruppe traf ich mit Jochen Kühl vom TV Langen, Thomas Grewe von den Giessen 46ern und Kurt Geier von den Baskets aus Bonn alte Bekannte wieder.


Die örtlichen Temperaturen von 30 Grad und eine erdrückende Schwüle sind sehr schweißtreibend, und nur in klimatisierten Räumen zu ertragen. Nachdem ein zu dieser Jahreszeit üblicher Taifun uns nur gestreift hat, haben wir nach einem Tag in Dauerregen nun den schönsten Sonnenschein.


Japan ist schon eine ganz andere Welt, denn bereits nach wenigen Stunden musste ich feststellen, dass mein Handy noch mein Laptop jede Verbindung ablehnen. Der Grund liegt in dem Umstand, dass hier UMTS Standard ist. Erlebnisreich und schweißtreibend war der Kauf eines Netzadapters, denn von 10 angesprochenen Verkäufern war nur einer zu einigen englischen Worten fähig, doch mit Zeichensprache war doch ich dann doch noch erfolgreich.


Im Journalistenhotel ANA ist man mit unvorstellbarer Freundlichkeit und vielen Höflichkeits-Dienern sehr um die Gäste bemüht. Mein 12qm großes Zimmer ist mit allen technischen Raffinessen ausgestattet und für japanische Verhältnisse schon Luxus. Das Bett hat auch den ersten Test überstanden und ist auch für meine Körpergröße voll ausreichend. Im Aufzug und auch in der Stadt wird mir aufgrund meiner 204cm Körperlänge viel Bewunderung entgegen gebracht.


Das Hiroshima Prefectural Sports Center ist mit seinen ca 10.000 Zuschauern modern gestaltet. Im Pressezentrum werden wir bestens betreut und das Wiedersehen mit den internationalen Kollegen war der Beweis, dass ich mich auch in der Ferne wie zu Hause fühlen kann.


Nach den üblichen Sicherheitskontrollen gelangte ich dann um 12 Uhr Ortszeit – 5 Uhr früh deutscher Zeit – in die bereits gut gefüllte Halle und konnte unser Team beim ersten Aufwärmtraining beobachten. Wie bereits in den vergangenen Jahren begrüßte mich Dirk mit den Worten „Schön, dass Du wieder dabei bist“ und Pascal meinte wie üblich „HPL, Du bist aber auch überall“. Spätestens jetzt war ich voll bei der Sache.


Bestückt mit meinem obligatorischen Fotoleibchen richtete ich mich hinter dem deutschen Korb fotografisch ein und wartet auch den ersten Sprungball im Eröffnungsspiel gegen Gastgeber Japan. Die Halle war jetzt bis zum letzten Platz ausverkauft und das bei Kartenpreisen zwischen 28 und 45 Euro. Die Stimmung war toll. Unser Team hatte die kleine deutsche Fan-Gruppe entdeckt und lief zur Begrüßung zur Fan-Gruppe hinüber, um sich für die Unterstützung zu bedanken.


Bei der Vorstellung der Mannschaften wurde Dirk Nowitzki von den japanischen Zuschauern wie einer der Ihrigen begrüßt, so ist eben japanische Gastfreundschaft.


Nach dem gewonnenen Sprungball konnte es endlich losgehen und als Gastgeber Japan erstmals und einzig in Führung ging bebte die Halle. In der Besetzung, Hamann, Femerling, Okulaja, Greene und Dirkules war aber für Japan bald Ende mit lustig, als Dirk die deutschen Farben mit dem vollen Repertoire seines Könnens - Hakenwurf, 3-Punktewurf und Korbleger - in Führung brachte und schon nach dem ersten Viertel 12 Punkte erzielt hatte.


Der Vorsprung wuchs bis zur Halbzeit auf 50:37. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte Pascal nur von der Bank motivieren, denn in der Guard-Rotation war er hinter Steffen Hamann und Mithat Demirel nur die Nummer drei. Erstaunlich viel Einsatzzeit erhielt der Ex-Langener Johannes Herber, der als Sonderbewacher seine Dienste verrichtete, sich aber nicht in die Korbjägerliste eintragen konnte. Ende des 3. Viertel kam dann Pascal endlich zum Einsatz, nachdem Hamann sich schon 3 Fouls eingehandelt hatte. Mit dem japanischen Spielmacher Kai Igarash stand er in der Körpergrösse zwar auf Augenhöhe, doch brauchte er einige Zeit um den Wirbelwind und Zuschauerliebling in den Griff zu bekommen. Zwischenzeitlich hatte der überragende Nowitzki unser Team zu einer 15 Punkteführung geführt und erreichte mit 27 Punkten an diesem Tag die Korbjägerkrone aller Spieler.


Angetrieben von der begeisterten Zuschauerkulisse kämpfte sich Japan nach einem 7:0-Run auf 8 Punkte heran, doch am Ende fiel der deutsche Erfolg mit 81:70 standesgemäß aus und Pascal kam im Schlussviertel zu seinem ersten Korberfolg bei der WM.


In der Pressekonferenz zollte Bundestrainer Dirk Bauermann mit den Worten „Sie haben niemals aufgegeben und ein gutes Spiel gemacht“ den Gastgebern seinen Respekt. Auch sonst waren die Experten von dem schnellen und temperamentvollen Spiel der Japaner beeindruckt. Zu Dirk Nowitzki meinte der Trainer „Dirk wird mit jedem Spiel stärker, er stellt sich voll in den Dienst der Mannschaft und war an diesem Tag kaum zu stoppen.“


Fazit : Das deutsche Team hat an diesem Tag seine Hausaufgaben gemacht, doch ist eine Steigerung noch notwendig, um das Ziel „Gruppensieg“ zu erreichen. So sah sich das gesamte Team das Spiel Spanien vs. Neuseeland besonders aufmerksam an, denn hier präsentierten sich zwei Mannschaften, die das Mannschaftsspiel auf hohem und intensiven Niveau beherrschen. Spanien siegte 86:70. Im dritten Gruppenspiel fertigte Afrikameister Angola den Gegner Panama mit 83:70 ab.


Malik Badiane verlor mit Sengenal gegen Slowenien klar mit 96:79. Er war 7 Minuten im Spiel und erzielte 6 Punkt und 5 Rebounds. Die korbreichste Begegnung war das Spiel USA vs. Puerto Rico mit 111:100 . Die erste Überraschung war der Sieg der Türkei mit 76:74 gegen Litauen.


So liebe Freunde in der Heimat gleich geht es wieder in die Sauna von Hiroshima, denn um 16.00 Uhr Ortszeit heißt der nächste Gegner Neuseeland. In diesem Spiel werde ich erstmals Neuland betreten, denn ein Freund und Kollege vom neuseeländischen Fernsehen hat mich als Co-Kommentator eingeladen.


Bleibt nur zu hoffen, dass sich das deutsche Team von den beschwörenden Maori-Tänzen der Neuseeländer nicht verzaubern lässt, die ein Markenzeichen der Kiwis sind. Bei der WM 2002 in Indianapolis zeigten die Tänze keine Wirkung, denn wir blieben zweimal siegreich.


Mein Tipp: Wenn das deutsche Team das kompromisslose und facettenreiche Mannschaftsspiel von der ersten Minute an bändigen kann und selbst noch eine Zahn zulegt, müsste der zweite Sieg gelingen. Ich hoffe ihr sitzt vor dem Fernseher und drückt ebenfalls die Daumen.


Mein Tip wurde Wahrheit, denn soeben haben Neuseeland mit einem Dreierfestival 80:56 geschlagen, doch davon morgen mehr.


In diesem Sinne ein herzliches Sajoh-nala und mata aschta !

Euer hplInformationen und Live-Scores zur WM auf der FIBA-Homepage unter fiba.com

Teil 11 - Ein turbulenter Tag endet mit Niederlage gegen Frankreich und viel Tristesse ...

Teil 10 - Aus dem Glückstraum der 1. Halbzeit wurde ein Alptraum in der 2. Halbzeit ...

Teil 9 - Die ersten Halbfinalisten kommen aus Spanien und Argentinien ...

Teil 8 - Tokio die 7-Millionen Stadt der Überraschungen und Attraktionen ...

Teil 7 - Wir zittern uns gegen Nigeria ins Viertelfinale gegen die USA ...

Teil 6 - Mit 320 Sachen per Shinkansen von Hiroshima nach Tokio ...

Teil 5 - Der Abschied von Hiroshima ist gekommen und in Tokio wartet Nigeria auf unser Team ...

Teil 4 - Pflichtaufgabe gegen Panama in Halbzeit zwei erfüllt ...

Teil 3 - Spanische Toreros stutzen deutschem Stier gewaltig die Hörner ...

Teil 2 - Selbstvertrauen gegen Neuseeland getankt ...

Teil 1 - Deutschland gewinnt gegen Gastgeber Japan ...