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"Wir wollen den Pokal!"

(Freitag, 23. Januar 2009 von Catharina Conzelmann)


In der Hinrunde haben die DEUTSCHE BANK SKYLINERS von 17 Spielen 12 gewonnen. Damit sind sie auf Platz 4 und stehen im TOP FOUR Turnier um den BBL-Pokal. Entspricht dies den Erwartungen?


Kamil Novak: Sagen wir mal so, wir sind nicht unzufrieden. Man könnte diskutieren, ob die Heimniederlagen nötig waren…die tun besonders weh. Wir haben zu Hause ja gegen Bonn verloren, wir haben gegen Göttingen verloren - das ist für die Fans natürlich auch immer deprimierend zu Hause zu verlieren. Die Halle soll für sie wie ein Wohnzimmer sein - und im Wohnzimmer verliert man nicht. Aber wir haben auch wichtige Siege auswärts gefeiert. Daher sind wir nicht unzufrieden. Es kann immer besser werden…Bei fünf Niederlagen ist noch Platz nach oben. Die Ausgangssituation für die Rückrunde ist nicht schlecht und wie gesagt, das Zwischenziel, nämlich das Erreichen des TOP FOUR, haben wir geschafft.


Welche Dinge sind verbesserungsfähig?


ALLES!! (lacht) Wir haben fünf Mal verloren! Die Saison war nicht so einfach wie das vielleicht aussieht. Am Anfang hatten wir noch nicht mal einen vollen Kader und dann kamen noch die ganzen Verletzungen dazu. Dann haben wir Titus Ivory und Greg Jenkins nachverpflichtet. Wir haben zwei wichtige Spiele in der EuroChallenge gewonnnen, da hat man dann langsam gesehen, dass Konturen in die Mannschaft kommen. Die Situation war finanziell nicht so einfach. Wir wussten nicht, ob wir alle Spieler behalten können. Das haben wir dann gelöst, zumindest erstmal bis Ende Februar. Wir arbeiten daran, dass wir auch Ivory und King weiterverpflichten können. Der Einzug ins TOP FOUR ist natürlich noch mal so ein Schub. So ein Erfolgserlebnis ist immer wichtig für eine Mannschaft. Wir müssen noch konstanter werden, vor allem gegen starke Gegner. In Moskau, in Kiew und auch bei Alba sind wir ein bisschen an unsere Grenzen gestoßen. Da war der Spielverlauf nicht gerade so, wie wir uns das vorgestellt hatten.


Haben die verletzten und die neu- bzw. nachverpflichteten Spieler den Einstieg gut geschafft?


Ich glaube schon. Bei Keith und bei Lorenzo ging es relativ schnell. Bei Jimmy McKinney muss man beachten, dass er fünf oder sechs Monate verletzt war. Er konnte in der Zeit noch nicht mal werfen, also da wird es sicherlich noch einige Zeit dauern. Aber wir erhoffen uns, dass er der Mannschaft immer mehr gibt. Die Mannschaft braucht ihn, wie jeden anderen. Ich glaube schon, dass alles gut verlaufen ist. Die Jungs haben eine gute Reha gemacht bei „Sporeg“.


Was erhoffen Sie sich für die weiteren Spiele der Rückrunde?


SIEGE, SIEGE UND SIEGE!!!!! (lacht) Wie gesagt, wollen wir in der Ballsporthalle zu Hause sehr stark sein, keine Spiele verlieren, natürlich wollen wir aber auch auswärts gewinnen. Das erste große Ereignis ist das TOP FOUR. Wir haben uns vorgenommen, nicht nach Hamburg zu fahren, um die Stadt zu besichtigen. Wir wollen gewinnen. Wir wollen den Pokal!


Warum haben dir DEUTSCHE BANK SKYLINERS keinen Spieler unter den Top 10 der Kategorie „Points per Game“?


Wir haben einen sehr ausgeglichenen Kader. Wir sind jetzt nicht mehr eine Mannschaft, die nur auf zum Beispiel Pascal Rollers Punkte angewiesen ist. Ich glaube, das ist auch eine Stärke der Mannschaft, dass es bei uns sehr schwer auszurechnen ist, wer der Top Scorer ist. Normalerweise spielt man so, dass man sagen kann: „OK, in dieser Mannschaft sind jetzt diese beiden Top Scorer, aber wenn man die ausschaltet, dann kann die Mannschaft nicht mehr so viel scoren und die halbe Miete ist bezahlt!“ Das ist bei uns nicht so. Wir haben wirklich viele Spieler, die scoren können und ich sehe das als große Stärke dieser Mannschaft.


In der Saison 2004/2005 erreichten die DEUTSCHE BANK SKYLINERS im Durchschnitt 81,1 Punkte pro Spiel…In der letzten Saison waren es 73,8 Punkte und dieses Jahr waren es nur noch 73,5. Warum?


Wir sind sehr verteidigungsorientiert. In unseren Spielen sehen die Zuschauer nicht viele Körbe auf beiden Seiten. Unser Spiel ist sehr defensiv geprägt. Ich glaube, das hängt mit der Entwicklung der Liga zusammen. In der Saison 2004/2005 war das noch eine Bundesliga, in der nur zwei US-Amerikaner pro Team spielen durften, jetzt sind die Teams viel ausgeglichener. Das gibt den Teams die Möglichkeit, intensiver zu verteidigen. Es ist nicht so, dass nur wir intensiv verteidigen, auch die Gegner verteidigen intensiver als vielleicht vor drei oder vier Jahren. Das ist die Entwicklung der Sportart und dadurch fallen sehr wahrscheinlich weniger Körbe.


Im Ranking „Blocks per Game“ sind die DEUTSCHE BANK SKYLINERS auf Platz 17 von 18 zu finden. In der Kategorie „Steals per Game“ sind sie zweiter. Sagt das etwas über die Trainingsmethode aus?


Blocks sind ne schöne Sache, aber wir konzentrieren uns nicht darauf, die Schüsse zu blocken. Beim Blocken wird gesprungen und dann besteht die Gefahr, dass es Foulwürfe gibt. Unser Verteidigungskonzept ist, dass wir immer rotieren und in der 3-Sekunden-Zone doppeln. Da wird nicht mehr gesprungen. Da lassen wir über den Mann werfen, das sind sehr schwere Würfe, nehmen aber dafür keine Fouls in Kauf. Uns ist es lieber, keine Blocks zu machen und dann dafür auch keine Fouls. Wir spielen vielleicht ein bisschen anders als die anderen. Es könnte auch daran liegen, dass wir keinen haben, der überragend hochspringt, obwohl Anthony King und Greg Jenkins durchaus in der Lage wären, so hoch zu springen. Wir sind sehr stark in der Verteidigung und müssen Ballverluste des Gegners produzieren. Deshalb sind wir in dieser Statistik sehr stark.


Wieso ist die Taktik nicht offensiv?


Es gibt immer Tage, an denen ein Spieler nicht treffen kann und wo die gesamte Mannschaft in der „Offense“ nicht voran kommt. Das kann man nicht wirklich beeinflussen. Was man aber definitiv beeinflussen kann, ist wie man verteidigt. Man kann selber entscheiden wie viel man investiert, wie man arbeitet, wie man rotiert etc. Deshalb ist die Philosophie unseres Coaches, dass wir da Akzente setzen wollen, wo wir es beeinflussen können - und das ist die Verteidigung. Das ist auch der Trend in Europa. Wenn man sich die Teams in der Euroleague anschaut, alle Teams die da oben mitspielen, verteidigen hart und kompromisslos.


Vielen Dank für das Interview.