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Arbeitet hart an seinem Spiel - Danilo Barthel

Vom Aufbauspieler zum Power Forward – Danilo Barthel im Gespräch

Danilo Barthel hat seine erste Saison in der Beko BBL hinter sich. Im Schnitt kam der letztjährige U20-Nationalspieler auf 2,4 Punkte und 1,4 Rebounds. Über den Sommer hat er sich ein intensives Trainingsprogramm verschrieben, um seine Leistungen in der nächsten Spielzeit weiter zu steigern. Im Gespräch haben wir uns mit ihm über sein Training, die Unterschiede der ProB, ProA und der Beko BBL und seine sportliche Entwicklung vom Aufbauspieler zum Power Forward unterhalten. Dazu hattet ihr auf unserer Facebook-Seite die Möglichkeit eure Fragen zu posten, die wir ihm natürlich auch gestellt haben.

Hi Danilo, wie immer die erste Frage: Wie geht’s?

Mir geht’s super. Ich habe ein wenig Pause gemacht und meine Batterien wieder aufgeladen. Richtig weg war ich nicht, aber zu Hause [Heidelberg] konnte ich gut abschalten. Jetzt gehe ich wieder frisch und motiviert an die Vorbereitung für die neue Saison.

Man sieht dich regelmäßig in BCM trainieren und auch in deiner Heimat in Heidelberg gehst du des Öfteren in die Halle. An welchen Dingen arbeitest du genau?

Mit Klaus [Perwas] arbeite ich speziell an meiner Stabilität, an Bewegungen unter dem Korb und von außen und an meinem Wurf.

Was bedeutet Stabilität? Was kann man sich darunter vorstellen?

Zum Beispiel Übungen unter dem Korb mit breiten Pivots [Schrittstellung], verschiedenen Bewegungen bei denen man darauf achten muss, dass der Schwerpunkt schön niedrig liegt.

Und wie sieht das Wurftraining aus? Geht es einfach nur darum so viele Würfe wie möglich los zu werden?

(lacht) Nein, nein, ganz und gar nicht. Das ist ganz unterschiedlich. Mal gehe ich mit anderen Spielern in die Halle und dann geht es wirklich darum so 200 bis 250 Würfe zu nehmen. Aber wenn ich mit Klaus am Wurf arbeite, dann wird es spezieller. Dann geht es um Würfe aus der Bewegung, aus dem Dribbling oder aus dem Lift, also dem Hochkommen. Er verbessert mich immer wieder, sagt mir, was ich wie besser machen kann. Zum Beispiel, dass ich mein Handgelenk schneller abklappen soll oder wie ich den Ball hochziehen soll.

Du arbeitest also sehr intensiv an deinen Fähigkeiten und deinem Spiel. Was sind denn deine Ziele für die nächste Saison?

Ich möchte mich weiter in der Rotation etablieren und mir eine konstante Spielzeit erarbeiten. Wie hoch die dann im Endeffekt ausfällt, wird die Zukunft zeigen, aber ich möchte als fester Teil der Mannschaft eingeplant sein.

Wenn du auch in Heidelberg trainierst, wie ist denn dann der Kontakt mit den alten Kollegen?

Der ist sehr gut. Wenn ich in Heidelberg bin und dort trainiere, dann gehe ich immer mit einem Freund und ehemaligen Teamkollegen morgens in die Halle im Olympiastützpunkt und danach in den Kraftraum. Und wenn sich dann abends noch ein paar Jungs zusammenfinden, dann spielen wir noch Fünf gegen Fünf.

Mal was ganz anderes. Du hattest gestern einen Videodreh für die Sendung „Profis Persönlich“ auf RheinMain TV (zu sehen HEUTE um 19:00 und 22:00 Uhr). Schon mal in einer Fernsehsendung gewesen?

Ja, ich war schon mal in einer Fernsehsendung, in Mannheim war das damals. Beim ersten Mal waren wir mit meiner alten Mannschaft dort, da habe ich nicht viel gesagt. Aber dann wurde ich noch mal separat eingeladen, um ein Interview zu führen.

Wie fühlt es sich denn für dich an vor der Kamera zu sitzen?

Das ist auf jeden Fall mal was anderes (schmunzelt). Mit den ganzen Lichtern und so, da ist man immer ein wenig aufgeregt. Aber es ist natürlich schön, wenn die Leute Interesse haben.

Zurück zum Basketball. Du hast jetzt deine erste Saison in der Beko BBL hinter dir. Erklär doch mal die Unterschiede zwischen ProB, ProA und Beko BBL.

Ich glaube der größte Unterschied besteht zwischen der ProB und der ProA. In der ProB haben viele junge Spieler die Chance Spielzeit zu bekommen und es müssen immer mindestens drei Deutsche auf dem Feld stehen. In der ProA sind ja fast ausschließlich Profis in den Teams, während in der ProB einige Spieler auch noch einen anderen Beruf haben. Der Unterschied zwischen ProA und der Beko BBL liegt in der Athletik, in der Spielgeschwindigkeit und in der Treffsicherheit.

Und wie sieht es mit dem Training aus? Wie sehen die Unterschiede oder Gemeinsamkeiten hier aus?

Da gibt es auf jeden Fall auch Unterschiede. In Heidelberg haben wir als Team einmal am Tag um 18 Uhr trainiert, da wir zum Beispiel viele Studenten im Team hatten. Ich selber bin ja auch noch zur Schule gegangen. Unsere Amerikaner hatten aber morgens noch zusätzliches Wurftraining. Die Trainingseinheiten an sich waren ähnlich wie jetzt in der Bundesliga, aber in der ersten Liga wird noch viel mehr auf die Feinheiten, Details und taktischen Dinge geachtet. Das ergibt sich daraus, dass die Spieler einfach schon weiter entwickelt sind. Auch Individualtraining, wie jetzt mit Klaus, gab es nicht so richtig.

Wir haben unsere Facebook-Gemeinde (www.facebook.com/FRAPORTSKYLINERS) nach Fragen an dich gebeten und da kamen eine ganze Menge. Die wollen wir natürlich nicht vorenthalten, also:

Was war bisher dein "bester Moment" in und mit der Basketball Family hier in Frankfurt?

Da gab es viele. Einer der für das Team heraus sticht war sicherlich der Heimsieg gegen Bamberg. Das war schon eines der Highlights. Aber ich freue mich einfach jeden Morgen, wenn ich hier in die Halle kommen kann, die bekannten Gesichter der Mitarbeiter sehe, die alle fleißig an der Arbeit sind – das ist einfach ein gutes Umfeld und daher gibt es viele positive Momente.

Rechnest Du mit mehr Spielzeit als in der letzten Saison?

Damit rechnen kann man nie. Aber ich tue in der Off-Season alles dafür, um sie zu bekommen.

Siehst du dich eher als Dreier oder Vierer? Wie siehst du deine Rolle in der Mannschaft?

Zurzeit sehe ich mich mehr als Vierer [großer Flügelspieler]. Das hat sich in den letzten zwei Jahren fast ausschließlich dahin entwickelt. Davor habe ich fast nur auf der Drei gespielt. Aber mit der immer weiter zunehmenden Körperlänge hat sich das eben mehr zur Vier hin entwickelt…

…Angefangen hast du ja als Aufbauspieler, richtig?

Das stimmt. Während einem Jahr in der NBBL habe ich von der Eins [Aufbauspieler] bis zur Fünf [Center] alles gespielt (grinst). Von 16 auf 17 Jahre bin ich in einem Jahr um 13 Zentimeter gewachsen.

Und wie ist es mit deiner Rolle in der Mannschaft?

Meine Rolle oder Aufgaben in der ersten Mannschaft sehe ich darin Rebounds zu holen, gut zu verteidigen, wenig Fehler zu machen, gute Blöcke zu stellen und generell viel für meine Mitspieler zu machen und nicht so sehr auf mich zu schauen. Klar, einen offenen Wurf zu nehmen gehört auch dazu. Eben die einfachen Dinge machen.

Wann hast du angefangen Basketball zu spielen?

So ungefähr mit zehn Jahren. Man hat mir schon immer hinterher gesagt, dass ich mal recht groß werde. Angefangen habe ich aber mit Turnen, war da auch recht erfolgreich und wurde mal Vizemeister im Bodenturnen in Baden-Württemberg…

…Dass heißt also, dass wir nach deinem nächsten Dunking einen Vorwärtssalto sehen, wie es Miro Klose früher nach einem Tor gemacht hat?

(lacht) Das habe ich mittlerweile ein wenig verlernt. Aber so einige Sachen kriege ich noch ganz gut hin. Da man mir ja eine gute Größe vorhergesagt hat, ich kam mit 63 Zentimetern und fünf Kilos zur Welt, wurde ich irgendwann ins Basketballtraining gesteckt und das hat mir dann so gut gefallen, dass ich dabei geblieben bin.

Hast du Vorbilder?

Persönlich gesehen meine Eltern! Von der Basketballseite her natürlich Dirk Nowitzki wenn man mitbekommt was er alles gemacht hat, um dort hin zu kommen wo er jetzt ist.

Für wenn bist du in denn NBA Finals?

(grinst) Ich bin für Oklahoma… eindeutig! Da habe ich Sympathien für das Team, welches sich gefunden hat und wie ich finde sehr dynamisch spielt und nicht so auf die einzelnen Spieler wie LeBron oder Dwayne Wade acht gibt. Das komplette Gefüge der Mannschaft ist stimmig, daher bin ich eindeutig für OKC. Mein Lieblingsteam in der NBA sind aber die Orlando Magic.

Wann hast du deinen ersten Dunk gemacht?

(überlegt kurz). Vielleicht hätte ich meinen ersten Dunk schon früher geschafft, wenn ich nicht verletzt gewesen wäre. So war er mit 15 Jahren, meine ich.

Welchen Spieler wünschst du dir für die kommende Saison im Team?

Ich würde mir wünschen, dass so viele wie möglich aus der letzten Saison zurückkommen. Ansonsten glaube ich, dass ich mit allen Spieler die bei uns sind oder sein werden, gut klarkommen werde.

Besten Dank für das Gespräch!