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"Das entbehrt jeder Verhältnismäßigkeit"

(Quelle: Sport1)

Ein Stück Papier mit ein paar Namen darauf hat den wackeren Aufsteiger Wired Minds Tübingen den Klassenerhalt in der s.Oliver BBL gekostet. Oder besser gesagt die Tatsache, dass das Schriftstück einen Tag zu spät im Ligabüro vorlag.

Mannschaftsmeldebogen nennt sich der Schrieb, der lediglich die Namen aller Spieler beinhaltet, die ein s.Oliver-BBL-Verein einsetzen will. Ein Dokument, dass nur der Kenntnisnahme dient und "nicht zustimmungspflichtig ist", erklärte Roland Oppermann gegenüber Sport1.

Der Tübinger Manager ist sauer. "Das ist kein Urteil, bei dem sich die BBL auf die Schulter klopfen kann." Gefällt hat das Urteil am Mittwoch das Schiedsgericht der s.Oliver BBL. Und den Schwaben damit endgültig die Punkte aus drei Spielen aberkannt, die sie mit dem Slowenen Roman Horvat gewonnen hatten.

"Müssen Sorge tragen, dass kein Verein bevorzugt wird"

Der hatte zwar einen Spieler-Pass vom Deutschen Basketball Bund, der Mannschaftsmeldebogen aber wurde erst am 28. Februar losgeschickt. Statutenkonform, wie Oppermann findet. "Da steht nicht drin, dass er am 28. Februar im Ligabüro sein muss, sondern: 'Nach dem 28.2. dürfen keine Änderungen auf dem Mannschaftsmeldebogen mehr vorgenommen werden.'"

Oppermann weiter: "Wenn ich also bis zum 28. Änderungen vornehmen darf, dann kann der Bogen unter Umständen am 28. nicht im Ligabüro sein. Dann greift der erste Passus, wo es heißt: 'bis zum erstmaligen Einsatz des Spielers muss der Meldebogen vorliegen.' Jetzt kommt die BBL daher und sagt: 'Jajaja, aber es gibt ein Gewohnheitsrecht, das haben wir schon immer so gemacht.'"

Otto Reintjes, der General Commissioner der s.Oliver BBL sieht die Sache im Gespräch mit Sport1 so: "Es gibt Regeln und Statuten, an die müssen sich alle halten. Jeder Manager der Liga weiß, wie die Termine sind und hält sich auch daran." Man habe eine Wettbewerbssituation und Tübingen habe sich nicht statutenkonform verhalten. "Die BBL muss Sorge tragen, dass kein Verein bevorzugt und benachteiligt wird. Wenn wir anders entschieden hätten, hätte es Proteste von fünf anderen Vereinen gegeben."

Keinen Wettbewerbsvorteil verschafft

Nun hat Tübingen allerdings bei einem Zivilgericht inhaltlich Recht bekommen und eine einstweilige Verfügung erwirkt, wonach Horvat eingesetzt werden durfte. Das erkannte die Liga nicht an und reagierte mit Punktabzügen. Auch dagegen klagten die WiredMinds, die Zivilgerichtsbarkeit erklärte sich nicht für zuständig und gab das ganze in die Hände der Sportgerichtsbarkeit zurück. Mit dem bekannten Ergebnis.

Oppermann versteht die Welt nicht mehr: "Selbst wenn wir einen Fehler gemacht haben, ist ein Vorteil entstanden? Definitiv nicht. Wir haben nicht arglistig einen Spieler aus dem Hut gezaubert, der hatte ja einen Spielerpass. Die BBL hat kein Zivilgericht gefunden, dass ihr inhaltlich Recht gibt."

Und weiter: "Was da gemacht wurde, entbehrt jeder Verhältnismäßigkeit. Eine unglaubliche Geschichte: Dass ein gesunder Klub, der eine Erfolgs-Story aufbaut, und im Grunde genommen alles richtig gemacht hat, dass man da jetzt mit so einer Meldebogengeschichte daher kommt, das ist grotesk."

Der Sorgfaltspflicht nachgekommen

Diesen Vorwurf kann Reintjes nicht nachvollziehen: "Da fehlen mir die Worte. Ich kann nur sagen, dass wir Tübingen mit offenen Armen in der Liga empfangen haben. Wir haben haben sie wie alle anderen Vereine in der Saison unterstützt. Aber sie haben sich nicht an die Regeln gehalten. Wir haben sie darauf hingewiesen, was passieren kann, wenn sie Horvat einsetzen."

Es sieht nicht danach aus, als ob der Zwist bereits in der letzen Runde angekommen ist. Am 7. Juli trifft man sich wieder, wenn die s.Oliver-BBL-Vereine entscheiden, welcher Klub die Teilnahmeberechtigung erhält, die dem sportlichen Aufsteiger Hamburg zugestanden hätte, aber aus wirtschaftlichen Gründen verweigert wurde. Die WiredMinds bewerben sich eben so wie der zweite Absteiger, der Mitteldeutsche BC, und drei Zweitligisten.

Der Ton verschärft sich

Oppermann legt schon Mal vor. "Was da angerichtet wurde, das ist unglaublich. Da denkst du schon nach, ob dieser Lizenztermin noch Sinn macht. Wenn wegen eines Mannschaftsmeldebogens so massiv gegen Tübingen vorgegangen wird, muss ich mich fragen, ob es Sinn macht, dass ich mich da präsentiere. Egal was ich sage, die geben die Lizenz ohnehin dem MBC, weil der aus dem Osten ist. Man muss sich überlegen, ob es da noch Raum gibt, für eine faire Veranstaltung."

Keine Frage, der Schmerz sitzt tief. Und alles wegen einem Stück Papier mit ein paar Namen darauf.