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Olympische Spiele – Fünf Punkte zum Viertelfinale gegen Slowenien

Im Viertelfinale der Olympischen Spiele in Tokio trifft die deutsche Basketball-Nationalmannschaft auf Slowenien und einen Luka Doncic in überragender Form. Fünf Dinge, die man vor dem Spiel wissen sollte.

Wo und wann kann ich das Spiel schauen?

Jetzt heißt es tapfer bleiben! Das Viertelfinale findet in der Nacht von Montag auf Dienstag um 3 Uhr früh statt – NBA-Fans kennen das Gefühl am nächsten Morgen mit verquollenen Augen die vierte Tasse Kaffee oder grünen Tee zu brauchen, um bei der Begrüßung der Kollegen nicht mit einem Schnarchen zu reagieren…

Erfreulich ist indes, dass die Partie sowohl im ZDF als auch auf sportschau.de zu sehen sein wird. Und wer die Nacht nicht zum Tage machen möchte, der kann die Partie dann im Re-Stream in den Mediatheken nachschauen – vorher gilt es natürlich sein Handy auszulassen, Social Media zu meiden und das Radio auszulassen, um sich nicht selbst per Zufall das Ergebnis zu spoilern!

Was macht Luka Doncic so stark?

Gute Frage eigentlich. Denn an sich ist der slowenische Über-Star nicht der Schnellste, nicht der Längste, nicht der Stärkste und werfen können ein paar andere auch besser als er. Aber irgendwie ist die Mischung all dieser Komponenten, plus diverse andere Stärken wie Fußarbeit, Kaltschnäuzigkeit, Spielintelligenz, etc. bisher im Turnierverlauf nicht zu stoppen waren.

Die reinen Zahlen der Luka D. lassen jeden Basketball-Feinschmecker mit der Zunge schnalzen: 28.3 Punkte pro Partie sind mehr als genug um Topscorer des Turniers zu sein. Der zweitbeste Scorer, Japans NBA-Talent Rui Hachimura, kommt „gerade mal“ auf 22.3 Punkte. Dabei nutzt der Slowene das volle Repertoire des Basketball-Handbuchs: Dreier, Zug zum Korb, Floater, Post-Ups – kaum eine Art zu Punkten zu kommen, die bei ihm nicht zu beobachten ist. Aber Doncic ist keineswegs eindimensional! Denn mit 10.7 Rebounds ist er zweitbester dieser Kategorie und verteilt 7.0 Assists (Platz 3) an seine Teamkollegen.

Wie können wir ihn und Slowenien stoppen?

Die Antwort auf diese Frage stellen sich nicht nur alle NBA-Teams und bisherigen Turniergegner. Eine singuläre Lösung gibt es vermutlich nicht, ein verspäteter Bus zur Spielstätte ist auch unwahrscheinlich und eine Verletzung oder ähnliches wünschen wir natürlich niemanden und niemals!

Robin Benzing hat es vermutlich am besten zusammengefasst: „Das kann nicht einer machen, das müssen alle zwölf machen. Wenn wir das hinkriegen, dann haben wir eine sehr gute Chance zu gewinnen.“ Also heißt es Räume im Kollektiv eng zu machen, viel switchen, kommunizieren, ihm den Ball verwehren, wo immer es geht und den Slowenen vielleicht mit vielen unterschiedlichen Verteidigern zu nerven.

Einer, der dafür prädestiniert sein könnte, wäre Isaac Bonga. Denn seine Mischung aus Größe, Länge und Geschwindigkeit bietet in vielen Bereichen perfekte Ansätze, um ein Ausnahmetalent wie Doncic zu verteidigen. Und NBA-Erfahrung konnte Izzy in 128 Spielen ja mittlerweile auch schon einige sammeln!

Insgesamt gilt es für Danilo und Co. sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren. Und die heißen: Defensive und Team. Niels Giffey formuliert es im Interview des DBB so: „Wenn wir gewinnen wollen, dann müssen wir uns einfach auf unsere Stärken konzentrieren und auf das, auf das wir uns jetzt spezialisiert haben. Also ich sehe nichts Schlechtes in dem Matchup, sehe vielleicht sogar eine Chance für uns, so zu spielen, wie wir uns wohlfühlen.“

Ein möglicher Ansatz: Das Foulmanagement, bzw. die Freiwürfe. Denn von allen noch im Turnier spielenden Teams haben die Slowenen die deutlich schlechteste Freiwurfquote (71.1%) - siehe unten.

Wie spielen Danilo, Isaac, Jo und Lukas bisher?

In einem Wort: Bärenstark! Wobei man bei Lukas beachten muss, dass er bislang als Rookie der Nationalmannschaft noch nicht viele Minuten bekommen hat. Aber mit seiner Länge und defensiven Einstellung könnte er gegen die Slowenen vielleicht für einige Minuten unter dem Titel „Defensive Klette und Nervensäge“ durchaus helfen.

Aber die anderen drei ehemaligen Frankfurter überzeugen bisher in ihren Rollen auf voller Länge. Allen voran geht dabei Johannes Voigtmann, der mit 9.7 Punkten und 8.7 Rebounds fast an einem Double-Double im Schnitt kratzt. Eine Effektivität von 16.0 ist der Topwert im Kader. Bei den Freiwürfen zeigt er sich bisher fehlerfrei und zu 100% treffsicher!

Danilo Barthel kann mit seiner internationalen Härte und seiner Vielseitigkeit immer wieder auftrumpfen. Defensiv macht er die Räume eng (siehe „Wie stoppen wir Luka Doncic“), offensiv kombiniert er das Spiel mit Rücken zum Korb mit Distanzwurf und kommt so auf 8.0 Punkte.

Und Izzy? Der macht von allem ein bisschen und ist überall gleichzeitig zu finden. 7.7 Punkte, 4.0 Rebounds und 2.3 Assists sammelt der Jüngste im Kader regelmäßig ein. Dazu kommen immer wieder mal Szenen und Momente, bei denen man nur Wow sagen kann.

Und wie geht’s jetzt aus?

Na hoffentlich mit einem Sieg!

Dafür muss vieles zusammenkommen und im Grunde jeder Spieler über sich hinauswachsen. Wann hätte es jemals einen besseren Zeitpunkt dafür gegeben, als im Viertelfinale der Olympischen Spiele?

Ein Ziel könnte sein, so lange wie möglich im Spiel zu bleiben. Über knallharte Defensive und eine verlangsamte Offensive lässt sich das Spiel oft sehr lange sehr ausgeglichen gestalten (das wissen wir Frankfurter ja aus den vergangenen Jahren ganz besonders gut). Und wenn es dann zum Ende hin knapp und spannend wird, könnte die schlechte Freiwurfquote der Slowenen das entscheidende Zünglein an der Waage werden.

Der Autor dieser Zeilen lehnt sich jetzt freudig aus dem Fenster und gibt ungefragt einen Tipp ab: 81:77 für Deutschland!

Egal wie, egal was: Daumen drücken sollte auf jeden Fall jeder Basketball-Fan in Deutschland!