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Offener Brief

Liebe Fans und Freunde, liebe Basketball-Familie,

nach 23 Jahren, in denen wir viele Höhen und tolle Spiele erleben durften, steht mit dem gestrigen Sieg von Braunschweig unser sportlicher Abstieg fest. Es war in den letzten Jahren häufig schon mal knapp. Wer erinnert sich nicht an das Saisonfinale 2013, als wir erst im letzten und entscheidenden Saisonspiel Ludwigsburg besiegen und den Klassenverbleib sichern konnten. Dieses Mal hat es leider nicht gereicht. Das ist eindeutig eine Erfahrung, auf die wir gerne verzichtet hätten.

Wir haben in diesem Sommer unsere Geschäftsführung erweitert und einen neuen Manager Sport installiert. Wir sind als Organisation gewachsen – und das in einer von Corona geprägten Zeit, die wirtschaftliches Handeln extrem schwierig macht. Das Ziel ist, uns immer weiter zukunftsfest zu machen. Im Laufe der Saison haben wir unsere vier Nachverpflichtungen komplett ausgereizt, unser Budget dafür überzogen, unser Ausländerkontingent überstrapaziert, wichtige Impulse im Trainingslager gesetzt und zuletzt auch noch den Trainer getauscht. Wir haben versucht uns gegen den Abstieg zu wehren und waren aktiv, haben gehandelt, wenn auch nicht mit der erhofften Wirkung. Irgendwie war es, als steckten wir permanent im Treibsand: immer wenn wir dachten, wir bekommen die Kurve und ziehen uns raus aus dem Schlamassel, ist etwas Neues passiert, das uns wieder zurückgeworfen hat. Schwierig ist die Saison aber für alle Teams, wir werden diese Situation daher nicht als Ausrede gelten lassen. Vielmehr gilt es für uns als Organisation aus diesen Umständen und auch aus den gemachten Fehlern zu lernen. Das ist unsere große Hausaufgabe für die kommenden Tage, Wochen und Monate. Es geht nicht um das Hinfallen, es geht um das wieder Aufstehen.

Der Abstieg beschäftigt uns alle: euch Fans und Partner, das Team, die Coaches und das Office. Wir alle brennen für diesen Club und der Abstieg trifft jede*n Einzelne*n von uns. Wir sitzen gemeinsam in diesem Boot und brauchen in dieser Situation den Zusammenhalt, die BIG LOVE., unter-, mit- und füreinander mehr denn je. Wir bedauern, euch keinen erfolgreicheren Basketball geboten zu haben. Dies wieder besser zu machen und euch zu begeistern, ist unser Antrieb und Auftrag für die Zukunft.

Auf- und Abstiege, Erfolg und Misserfolg gehören zum Sport dazu. Sie sind das Salz in der Suppe und das, was den Sport so spannend macht. Diejenigen zu sein, die nun die negativen Seiten dieser Geschichten schreiben, ist kein Vergnügen und wir glauben Basketball-Deutschland fühlt da gerade mit uns. Zumindest lassen uns das die vielen Nachrichten glauben, die uns erreichen.

Sportlichen Abstieg kennen wir als Club nicht, es ist eine völlig neue Situation für uns. Dennoch kommt der jetzige Fakt auch nicht ganz überraschend. Unser Budget hat sich in den vergangenen Jahren rückläufig entwickelt. Und ja, dies liegt zu einem großen Teil an der fehlenden Perspektive einer neuen Heimspielstätte und den damit einhergehenden, zukunftsträchtigen Vermarktungsmöglichkeiten. Dennoch wollen und wollten wir unseren so erfolgreichen Weg der Nachwuchsförderung nicht verlassen. Er ist einfach Teil unserer Club-DNA.

Noch mal in aller Deutlichkeit: Sportlicher Erfolg und erfolgreiche Nachwuchsförderung nebeneinander zu meistern, ist ein extrem schwieriger Spagat. Wenn weiterhin die Perspektive auf nachhaltige Finanzierungsströme (Stichwort: neue Halle) fehlt, ist dieser nicht mehr zu meistern. Die anderen Standorte haben sich weiterentwickelt, viele haben uns bezüglich Spiel- und Trainingsinfrastruktur überholt. Deswegen werden wir weiterhin gegen alle Widerstände dafür kämpfen, dass Frankfurt, die Sport- und Kulturlandschaft und die Jugendprojekte dieser Region eine solche neue Heimat und damit eine Zukunftsperspektive bekommen!

Ein Abstieg ist mit heftigen Einschnitten verbunden – emotional und finanziell. Ein direkter Wiederaufstieg ist auch kein Selbstläufer. Wir werden uns neu aufstellen müssen und alles geben, um stärker zurück zu kommen! Das schulden wir euch, das schulden wir uns. Und wir kämpfen dafür, dass die aufgebauten Strukturen, insbesondere in der Nachwuchsförderung und die uns so am Herzen liegende Initiative „Basketball macht Schule“ weiter bestehen und wachsen können.

Das bleibt und darauf sind wir stolz und dankbar für euch alle, die diesen Weg gemeinsam mit uns gehen und somit etwas hinterlassen, das über den (kurzfristigen) sportlichen Erfolg und Misserfolg hinausgeht.

Für die restliche Saison haben wir zwei klare Ziele. Erstens wollen wir weiterhin alles geben! Die Mannschaft kämpft jedes Spiel bis zum Ende. Für euch, für uns selbst und wegen der Liebe zum Spiel. Es ist ein Privileg Bundesliga-Basketball spielen und erleben zu dürfen. Dieses Privileg wollen wir bis zur letzten Sekunde leben, lieben und genießen. Das zweite Saisonziel lautet daher: Die Hessenmeisterschaft am 24. April in der Ballsporthalle gegen Gießen zu verteidigen sowie die Saison mit einem Sieg beim letzten Heimspiel gegen Bayreuth am 1. Mai zu beenden! Am liebsten mit euch allen dabei.

Mit aktuell zwei weinenden Augen, aber einem beherzten Blick nach vorne,
eure FRAPORT SKYLINERS