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Gunnar Wöbke

"Können jeder Mannschaft gefährlich werden"

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - An diesem Donnerstag bestreiten die Fraport Skyliners Frankfurt ihr letztes Hauptrundenspiel in Tübingen. Die Playoff-Teilnahme hat das Team bereits sicher. Im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur spricht der Geschäftsführer Gunnar Wöbke über den bisherigen Saisonverlauf, die Entwicklung der deutschen Spieler und den Stand der Dinge beim Thema Multifunktionsarena.

Mit freundlicher Genehmmigung der dpa


Mit dem vorzeitigen Einzug in die Playoffs haben die Skyliners ihr sportliches Ziel bereits erreicht. Wie zufrieden sind Sie?

Das war eins von drei Zielen die wir uns vor der Saison gesetzt hatten. Oberste Priorität hatte die Entwicklung der jungen Spieler, danach kam dann begeisternden Basketball für unsere Fans in der Fraport Arena zu spielen und dann als drittes die Playoffs zu erreichen. Wir haben alle drei Ziele, die wir uns vor der Saison gesteckt haben, erreicht – das freut uns natürlich und die Saison ist ja noch nicht zu Ende.

In den Playoffs könnte es erneut gegen Bayern München gehen, gegen die es zuletzt einen Sieg gab. Liegt der deutsche Meister den Skyliners als Gegner?

Soweit würde ich nicht gehen wollen. Wir können grundsätzlich jeder Mannschaft  in den Play-Offs gefährlich werden. Wir haben ja nicht nur die Bayern geschlagen sondern z.B. gegen Berlin, Bonn, Ulm und Oldenburg auch die direkten Vergleiche gewonnen.

Es hat in Trabzon nicht für einen Sieg gereicht. Wie wichtig war die EC-Saison dennoch für das Renommee des Clubs?

Wir hatten gute Siegchancen – beide Spiele waren sehr eng. Wir hatten die mit Abstand unerfahrenste Mannschaft im Final-Four und haben gezeigt, dass man auch mit jungen deutschen Spielern international mithalten kann. Ich glaube das ist ein Fingerzeig für die Entwicklung des deutschen Basketballs. Es geht voran.

Werden die Skyliners auch in der kommenden Saison international dabei sein?

Wenn wir uns sportlich qualifizieren und davon ausgehen können, dass wir eine wettbewerbsfähige Mannschaft haben, sicherlich.

Sie haben 2013 einen Dreijahresplan aufgestellt. Bislang ist der Plan zumindest sportlich voll aufgegangen, oder?

Ja – wir sind mit der sportlichen Entwicklung sehr zufrieden. Die Bundesligaspieler und -mannschaft verbessern sich von Monat für Monat. Aber auch das ganze Ausbildungssystem darunter (ProB, NBBL usw.) wird immer leistungsfähiger und hat die sportlichen Mindestziele erreicht. Am nächsten Sonntag spielt z.B. unsere Eintracht Frankfurt/FRAPORT SKYLINERS-NBBL um den Einzug ins Halbfinale um die deutsche Meisterschaft.

Finanziell und strukturell drohen die Skyliners dagegen weiter abgehängt zu werden. Ist es unter den gegebenen Umständen realistisch, wie in dem Plan 2013 formuliert in der neuen Saison um die Meisterschaft mitzuspielen?

Um dies für die nächste Saison anpeilen zu können, fehlt uns derzeit ein mittlerer sechsstelliger Betrag. An diesem Thema arbeiten wir sehr intensiv gemeinsam mit unserem Förderkreis. Wir sehen ganz gute Chancen das rechtzeitig hinzubekommen, damit wir den eingeschlagenen Weg weitergehen können. Perspektivisch, d.h. in drei, vier Jahren wird unser Budget mit dieser unterstellten Steigerung dann sicherlich nicht mehr ausreichen, um ganz oben in der Beko BBL angreifen zu können.

In Sachen Multifunktionsarena tut sich weiterhin nichts, noch immer ist die Ausschreibung nicht raus. Wie frustriert sind Sie darüber?

Es macht keinen Sinn frustriert über Dinge zu sein auf die man keinerlei Einfluss hat. Wir bleiben positiv und versuchen das Beste aus dieser misslichen Lage zu machen. Sportdezernent Markus Frank hat uns darüber hinaus versichert, dass die Ausschreibung  in den nächsten Wochen veröffentlicht wird.

Glauben Sie nach wie vor, dass es die für die Skyliners zum Überleben so wichtige Halle geben wird?

Ja, denn nicht nur wir benötigen eine modere Spielstätte, sondern die gesamte Sport-, Kultur- und Entertainmentlandschaft in der Rhein-Main-Region.

Ohne neue Halle und damit verbundene Mehreinnahmen dürft es schwer werden Spieler  wie Voigtmann, Barthel oder Klein zu halten ...

Für die kommende Saison haben sie alle noch Verträge, teilweise auch für die danach. Die Aussage stimmt aber natürlich grundsätzlich. Wenn sich unsere Rahmenbedingungen in den nächsten Monaten nicht weiterentwickeln, müssten wir Ihnen irgendwann empfehlen den Club zu wechseln.

Auch Gordon Herbert weckt mit seiner Arbeit Interesse bei anderen Clubs. Wie lange bleibt er ohne Meisterperspektive am Main?

Er hat vor der laufenden Saison um ein weiteres Jahr für die Saison 2015/2016 verlängert und kennt unsere Rahmenbedingungen bis ins letzte Detail. Aber was für die Spieler gilt, gilt in gewissen Maße mit Einschränkungen auch für Ihn.

In der BBL stehen in den kommenden Monaten wegweisende Entscheidungen an. Kommt ein hauptamtlicher Präsident?

Zunächst mal brauchen wir einen Ersatz für Jan Pommer. Sein Weggang hinterlässt eine gravierende Lücke die es zunächst einmal zu schließen gilt. Der jetzige Status Quo ergibt aber auch die Möglichkeit für eine längst überfällige strukturelle Weiterentwicklung der Liga. Ich plädiere für zwei festangestellte Geschäftsführer in der BBL-GmbH. Ein nicht inhabergeführtes Unternehmen sollte mindestens zwei Geschäftsführer haben. Stichwort:  Vier-Augen-Prinzip.

Darüber hinaus gilt es im September ein neues Präsidium zu wählen. Der Präsident braucht und sollte in unserer Struktur nicht hauptamtlich sein, sondern sollte ein in der Wirtschaft gut vernetzter Stratege sein, der seine Brötchen allerdings mit seinem Hauptjob verdient. Klar ist aber auch, dass man ein solch wichtiges Amt und dem damit verbundenem Aufwand, angemessen entschädigen muss. Ich denke da an die durchschnittliche Vergütung eines Aufsichtsrats­vorsitzenden eines mittelständigen Unternehmens. Darüber hinaus bin ich auch der Meinung, dass unsere Vizepräsidenten eine höhere Aufwandsentschädigung bekommen sollten, denn auch ihr Zeitaufwand ist mitunter beachtlich.

Könnten Sie sich für den Fall, dass die Clubs sich für eine solche Lösung entscheiden, vorstellen, den Posten des Präsidenten zu übernehmen?

Nein. Meiner Meinung nach ist es sehr unhygienisch wenn der Liga-Präsident, der als Aufsichtsratsvorsitzender (mit imperativem Mandat) die Kontrolle der BBL GmbH als Hauptaufgabe hat, einem Liga-Club zu nahe steht oder gar deren Manager oder Inhaber ist. Es gibt zu viele mögliche Abhängigkeiten mit der Ligageschäftsführung. Da sind – wenn irgendwann mal Probleme auf der einen oder anderen Seite entstehen sollten -  Gefälligkeitsentscheidungen vorprogrammiert. Man braucht sich ja an anderer Stelle.

Schon bei der Präsidentenwahl im vergangenen Jahr haben sie sich um einen Kandidaten bemüht. Werden Sie das für den Fall eines ehrenamtlichen Präsidenten erneut tun?


Nur vielleicht. Im vergangen Jahr ist das zu unprofessionell abgelaufen und hat deutlich die Grenzen der Leistungsfähigkeit unseres ehrenamtlichen Präsidiums überschritten. Sowohl für die Geschäftsführer, als auch Präsidentensuche sollte man eine unabhängige Personalberatung beauftragen. Geschieht dies, werde ich mir Gedanken machen wer ggfls. in Frage kommt.

Wo steht der deutsche Basketball wenige Monate vor der Heim-EM?

Ich denke die Beko BBL hat sich in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt. Die Strukturen, die von den Vereinen geschaffen wurden, greifen und wir haben mittlerweile viele hoffnungsvolle junge deutsche Spieler, mit denen wir zukünftig international wettbewerbsfähig sein sollten. Die Heim-EM kann der Start für einen Hype in Deutschland werden, insbesondere wenn wir erfolgreich sind und man bedenkt, dass der DBB sich mit wohl guten Chancen auch um die Austragung der WM 2023 beworben hat. Mit Chris Fleming haben wir einen hervorragenden Trainer und ich gehe davon aus, dass neben Dirk Nowitzki auch der eine oder andere unserer Jungs diesen Sommer dabei sein wird. Ich freue mich sehr auf die Europameisterschaft in Deutschland.