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Kavossy Franklin: "Wir können noch alles erreichen"

(Montag, 31. Oktober 2005 von Marc Rybicki)


Kavossy, Du hattest die Fans vor der Saison um Geduld gebeten. Du wusstest, dass das Team Einspielzeit braucht, weil die Pre-Season aufgrund der  Verletzungen von Garris und Matinen und Pascal Rollers EM-Einsatz nicht optimal verlaufen war. Doch hättest du dir gedacht, dass die DEUTSCHE BANK SKYLINERS nach sechs Spieltagen nur einen Sieg auf dem Konto haben?


Kavossy Franklin: Nein, das hätte ich mir nicht träumen lassen. In meinen wildesten Träumen nicht. Aber wer konnte auch ahnen, dass sich mit Pascal Roller und Carlos Andrade gleich zu Beginn zwei weitere Leistungsträger verletzen würden? Dennoch haben wir mit dieser Mannschaft hart gekämpft und gut gespielt. Wir hatten die letzten drei Spiele in unserer Hand. Ein paar Rebounds mehr und ein paar Turnovers weniger und wir hätten gewonnen.


Also ist es nicht nur eine Frage des Glücks, dass Ihr diese Spiele verloren habt?


Nicht wirklich. Man darf es nicht dazu kommen lassen, dass ein letzter Wurf das Spiel entscheidet. Während des Spiels müssen wir Dinge verbessern. Wie gesagt, Rebounds und Turnovers sind das größte Problem.


Wie kann man 23 Ballverluste in einem Spiel wie gegen Bremerhaven erklären? Ihr trainiert zweimal pro Tag zusammen. Sollte sich das Verständnis für den Mitspieler nicht schon eingestellt haben?


Im Spiel ist das eine völlig andere Situation. Da muss man instinktiv handeln und auch mal ein bisschen locker aufspielen können. Doch viele der Jungs können das zur Zeit nicht. Sie wirken verkrampft und denken zu viel nach. So ging es mir auch in den ersten Spielen, bis ich meine Rolle im Team gefunden hatte und verstand, was der Coach von mir erwartet.


Mangelt es dem Team an Selbstvertrauen?


Ja, durchaus. Man sieht das auch. Ein Spieler trifft nicht und hat Angst, den nächsten Schuss zu nehmen.


Verliert Ihr deswegen auch das Rebound-Duell unter den Körben?


Nein, Rebounds haben nichts mit Selbstvertrauen zu tun. Das ist eine Frage der Konzentration.


Also mangelt es auch an Konzentration im Spiel?


Manchmal vielleicht. Ich weiß auch nicht, woran es liegt. Aber wir müssen einfach rausgehen und den Basketball spielen, zu dem wir fähig sind. Es ist ja auch nicht so, dass wir in jedem Spiel mit 20 oder 30 Punkten untergegangen sind. Wir müssen einfach mal wieder gewinnen - dann kommen wir auch wieder in Tritt.


Nächsten Dienstag starten die DEUTSCHE BANK SKYLINERS in den ULEB Cup mit einem Heimspiel gegen Rom. Wie beurteilst du die Chancen im Europapokal?


Der ULEB Cup ist eine Herausforderung, auf die ich mich sehr freue. Wir müssen unseren Basketball-Stil spielen und 110 Prozent geben. Wer sonst fünf Rebounds holt, muss versuchen jetzt acht Rebounds zu holen. Wer drei Assists verteilt, muss fünf Assists verteilen. Dann haben wir auch gegen Top-Teams wie Rom und Jerusalem eine Chance.


Du hast selbst erwähnt, dass du in den ersten Spielen ein paar Startschwierigkeiten hattest. Jetzt scheinst du deinen Rhythmus gefunden zu haben. Mit 14 Punkten pro Spiel bist du Top Scorer des Teams und hast denselben Punkteschnitt wie Tyrone Ellis während seiner zwei Jahre in Frankfurt. Wie hast du dein Spiel in so kurzer Zeit verbessert?

Ich bin kein Point Guard - doch genau die Position musste ich zu Beginn spielen. Ich bin ein Scorer. Gib mir den Ball und ich werfe ihn in den Korb. Das mache ich seit 15 Jahren so. Für andere zu kreieren, habe ich nie gelernt. Und wie das Sprichwort schon sagt: man bringt einem alten Hund keine neuen Tricks mehr bei.


Jetzt, da wir mit Rudy einen Point Guard haben und erst Recht wenn Pascal wieder kommt, bin ich sehr entspannt und kann mich wieder auf meine Art Basketball konzentrieren. In dieser Rolle genieße ich auch das Vertrauen des Trainers, und das steigert mein Selbstvertrauen enorm.


Mit 30 Jahren bin ich ein Veteran und muss dieses Team durch meine Punkte tragen. Gerade jetzt, wo uns durch den Ausfall von Pascal und Nino viel Feuerkraft in der Offensive fehlt. Am Ende werde ich daran gemessen, wie viele Punkte ich aufs Tablett bringe. Das ist die Realität und damit habe ich überhaupt kein Problem.


Wie ist dein erster Eindruck von Rudy Mbemba?


Oh Mann, es ist echt aufregend diesen Jungen spielen zu sehen. Er ist pfeilschnell wie ein Tony Parker oder Allen Iverson und hat dabei noch den Blick für den freien Mann. Rudy macht meinen Job viel leichter. Er attackiert den Korb, zieht die Verteidigung auf sich und passt zu einem unserer Big Men oder zu mir nach draußen. Alles, was ich dann noch zu tun habe, ist werfen und treffen.


Warst du überrascht, als man einen 18-jährigen Schweden ins Team holte statt eines 30-jährigen Amerikaners?


Ich stelle nie Entscheidungen des Managements und der Trainer in Frage, weil ich ihnen voll vertraue. Meine Konzentration gilt mir und der Verbesserung meines Spiels.


Chris Williams, Tyrone Ellis und du wart im letzten Jahr die drei amerikanischen Musketiere. Nun bist du der einzige US-Spieler im Team. Vermisst du deine Landsleute?

Sicher vermisse ich Chris und Tyrone. Ich habe auch immer noch Kontakt zu ihnen. Tyrone hatte auch ein paar Startschwierigkeiten in Istanbul, doch jetzt fühlt er sich dort sehr wohl. Mit Chris habe ich zuletzt vor 14 Tagen gesprochen. Ihm geht es auch sehr gut in Korea. Aber auch ohne meine amerikanischen "Buddies" habe ich genug Freunde im Team. Mit Malick Badiane und seinem Bruder Magueye verstehe ich mich sehr gut. Auch mit Rudy hatte ich gleich ein gutes Verhältnis.


Du warst vor der Saison ein Prophet, jetzt wage doch bitte noch eine Prognose. Wo stehen die DEUTSCHE BANK SKYLINERS am Ende des Jahres, wenn die Bundesliga-Hinrunde vorbei ist?


Bei uns wird es gut laufen. Wenn alle Mann wieder an Bord sind, haben wir ein komplett anderes Team und eine ganz andere Atmosphäre. Wir werden niemals aufgeben und die Saison abschreiben. Warum auch? Wir haben gerade mal sechs Spiele hinter uns. Wir können noch alles

erreichen. Es liegt in unseren Händen.


Links:Bilder von Kavossy Franklin