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Catch & Shoot - Klaus Perwas im Individualtraining mit jungen Talenten

„Jeder Spieler macht sich im Grunde selbst“

Sommerzeit = Urlaubszeit? Dieses Motto gilt nicht für die ambitionierten Nachwuchstalente, die gemeinsam mit Assistant Coach Klaus Perwas täglich in Basketball City Mainhattan stehen und an ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten arbeiten. Im ausführlichen Gespräch spricht der ehemalige Nationalspieler über die Inhalte des Individualtraining, seinen Arbeitsalltag zwischen den Saisons und die wichtigsten Eigenschaften die es braucht, um das beste aus seinem Talent zu machen.

Hallo Klaus, du arbeitest momentan intensiv mit den Nachwuchsspielern zusammen. Was muss ein junges Talent mitbringen?

Neben den körperlichen Voraussetzungen gehören ein starker Wille und viel Geduld zu den wichtigsten Aspekten. Der Weg zum Profi-Basketballer beinhaltet tägliche physische und mentale Herausforderungen. Dazu gehört zum Beispiel auch die Fähigkeit, Rückschläge zu verarbeiten. Intensives und selbstverantwortliches Arbeiten sind unerlässlich. Jeder Spieler macht sich im Grunde selbst. Holger Geschwindner hat mal gesagt, dass auch er nicht verhindern konnte, dass Dirk Nowitzki so gut geworden ist…

Was sind die Inhalte, die man im Individualtraining vermittelt? Ist das eher basisorientiert oder schon extrem spezifisch?

Am Anfang muss man erst mal eine Basis schaffen. Später kann man dann nach spezifischen Dingen schauen und daran arbeiten. Am wichtigsten sind aber die Grundlagen, „der Werkzeugkasten“. Das kann manchmal auch sehr frustrierend für beide Seiten sein, aber da muss man eben durch. Die eigentliche Motivation muss aber vom Spieler selbst kommen, der Trainer begleitet unterstützend. Es zeichnet zum Beispiel einen Dirk Nowitzki aus, dass er immer wieder an den Grundlagen feilt.

Nehmen wir doch mal das Beispiel Fabian Franke. An welchen Dingen arbeitest du mit ihm?

Mit Fabian haben wir gemeinsam einen Plan erarbeitet. Inhalte sind unter anderem Kraft- und Konditionstraining, denn gerade über den Sommer kann man hier eine gute körperliche Basis für die kommenden Aufgaben schaffen. Zusätzlich gibt es einen Plan mit Schwerpunkten Angriff und Verteidigung, Fußarbeit oder Wurfstabilisierung.

Inwiefern unterscheidet sich das Individualtraining von einem jungen Spieler grundsätzlich von einem Routinier? Gibt es da Unterschiede?

Basics gehören sowohl beim Training eines jungen Profis dazu, als auch bei einem Routinier. Die Gewichtung ist eine andere. Bei einem erfahrenen Spieler geht man schneller ins Detail. Dass geht in die Richtung, die Stärken noch weiter auszubauen.

Wie sieht dein Arbeitsalltag neben dem Individualtraining mit den Spielern in der Off-Season aus?

Ich bereite mich auf die neue Saison vor, indem ich Eindrücke und Erfahrungen aus der vergangenen Spielzeit sortiere und verarbeite. Ich schaue zum Beispiel momentan alle Playoff-Spiele noch einmal an, nicht nur die von uns, sondern auch von allen anderen Teams um zu erkennen, warum wer wie gespielt hat. Aktuell war ich zudem in Treviso beim Eurocamp der NBA, bei dem sich die besten europäischen Nachwuchsspieler präsentieren.

Liest du Fachliteratur zum Thema „Basketball“? Gibt es eigentlich entsprechende Bücher für den Profisportbereich?

Die gibt es schon. Ich lese aber zum Beispiel auch sehr gerne Biographien von anderen Trainern und Spielern wie Phil Jackson [Los Angeles Lakers; NBA]; dass ist jetzt nicht unbedingt Fachliteratur im engeren Sinn, kann aber trotzdem sehr lehrreich sein. Was ich immer wieder mal aufschlage, ist das Buch von Pat Riley [Miami Heat; NBA] „The winner within“. Aber auch Bücher aus ganz anderen Sportarten finde ich sehr interessant.

Klingt insgesamt, als wäre das Wort „Urlaub“ eher ein Fremdwort für dich…

… doch das gibt es auch. Ich fühle mich einfach wohl in meinem Job und arbeite gerne. Aber natürlich mache ich auch mal Urlaub – sonst kriege ich Ärger mit meiner Freundin [grinst].