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Letztes Spiel: 56:77 So 15.09. vs Ulm Bericht
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"Ich möchte ein Anführer sein"

Tyrone Ellis meldet sich zu Wort

 Ty, wie fällt deine Bilanz vor der Rückrunde aus - eher positiv oder negativ?

Natürlich positiv. Wir stehen im oberen Drittel der Bundesliga, nur ein Spiel vom Spitzenplatz entfernt. Auch im ULEB Cup ist noch alles möglich. Im großen und ganzen schlagen wir uns sehr gut.

In einer Saison gibt es immer Höhen und Tiefen. Manche Fans und Medien- vertreter neigen dazu, Euch nach einem Sieg hochzujubeln und nach einer Niederlage in den Boden zu stampfen. Wie gehst du damit um?

Ich lese keine deutschen Zeitungen - das hilft schon mal (grinst). Aber Fans, die so etwas machen, sind keine Fans. Die ignoriere ich. Wirkliche Fans halten zu dir und glauben an dein Talent, egal ob du einen guten oder schlechten Tag hast. Was die Leute von der Presse anbetrifft: die müssen ihren Job erledigen. Es wäre nur schön, wenn sie ihre Hausaufgaben machen würden, bevor sie ihre Artikel schreiben.

Dass ich gegen Madrid und Berlin nicht überragend gespielt habe hat einen Grund: meine Gegenspieler standen mir ständig auf den Füßen. Und warum? Weil sie ihre Hausaufgaben gemacht haben und wissen, dass ich einer der besten 3er-Schützen im ULEB Cup und in der Bundesliga bin. So etwas müssen Fans und Medien mit einbeziehen, bevor sie ihre Meinung bilden.

Du bist geschult im Umgang mit Medien, weil du einen Lehrgang in den USA mitgemacht hast, richtig?

Ja, dort hat man uns beigebracht, wie man mit der Presse spricht, was man sagt und was besser nicht. Journalisten können heute dein Freund sein und morgen dein ärgster Feind, wenn der Wind mal etwas rauer weht.

Ist das eine Lektion die mancher junge Spieler noch lernen muss?

Definitiv. Man darf sich von der Presse nicht beeinflussen lassen. Das ist schwer, gerade nach einer Niederlage. Niemand will verlieren oder Fehler machen. Aber es passiert. Wir sind alle nur Menschen. Wir müssen lernen, mit unseren Schwächen zu leben. Und wenn wir deshalb schlechte Presse haben, darf uns das nicht kümmern. Man sollte immer das große Ganze im Auge behalten. Die Frage, die sich Spieler stellen müssen ist: was habe ich dem Team gegeben?

Siehst du dich selbst als Leader auf dem Feld?

Ich möchte eine Führungspersönlichkeit sein. Meiner Meinung nach kann man einen Leader nicht bestimmen. Entweder du bist es oder du bist es nicht. Es ist in dir. Und ich war immer ein Leader.

Würdest du den Satz unterschreiben: "Teams sind wie Beziehungen - da muss es auch manchmal krachen"?

Ja. Es ist gut, wenn jeder sagt, was er denkt. Es ist nicht gut, seine Gefühle immer zu unterdrücken. Dann stauen sich Emotionen auf und irgendwann dreht einer durch. Es mag einem nicht gefallen, was der andere zu sagen hat. Aber als Profis und als Männer müssen wir die Gefühle unseres Gegenübers respektieren. So lange wir respektvoll miteinander umgehen, können wir über alles von Mann zu Mann reden.

Was kann das Team in dieser Saison erreichen?

Wir müssen jetzt an den Grundlagen arbeiten, zurückfinden zu unserer konsequenten Verteidigung. Dann sollten wir unter den Top 3 der Liga abschneiden und uns für die nächste ULEB Cup Runde qualifizieren. Natürlich stehen uns schwere Auswärtsspiele bevor. Aber aus irgendeinem Grund, ich weiß auch nicht warum, scheinen wir auswärts besser zu spielen als in unserer eigenen Arena. Ich bleibe optimistisch, was diese Saison angeht.