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„Ich erwarte von mir, dass ich gut spiele“

AJ Moye erzählt beim Freiwurfschießen einen Tag nach der Niederlage zur Qualifikation für den Eurocup bei Besiktas Istanbul, was er über seine eigene Leistung denkt und was Coach Gordon Herbert dem Team in der Halbzeitpause gesagt hat.

Die DEUTSCHE BANK SKYLINERS haben das „Wunder von Istanbul“ verpasst. Im Rückspiel der Eurocup-Qualifikation verloren die Frankfurter Basketballer mit 76:84 (29:38) und schafften es somit nicht, den Sieben-Punkte-Rückstand aus dem Hinspiel noch aufzuholen. Daher wird das Team von Headcoach Gordon Herbert nicht im Eurocup, sondern in der EuroChallenge antreten. Direkt nach der Rückkehr in Frankfurt sprachen wir mit AJ Moye, der mit 20 Punkten und sechs Rebounds wertvollster Spieler seines Teams war. Locker aus dem Handgelenk netzt er dabei einen Freiwurf nach dem anderen ein oder albert mit dem ebenfalls anwesenden Joe Dabbert rum.

Hallo AJ, zunächst Glückwunsch zu Deiner starken Leistung. Doch warum hat es für euch zum Weiterkommen nicht gereicht?

Ich denke, entscheidend war, dass wir nach dem ersten Viertel gleich mit 11:23 in Rückstand lagen. Natürlich haben wir uns dann zurückgekämpft, so dass wir im dritten Viertel sogar mit 58:51 in Führung waren. Doch für dieses Comeback haben wir eine Menge Energie benötigt, die uns dann am Ende gefehlt hat. Natürlich waren wir im letzten Viertel richtig schwach. Doch wie gesagt, entscheidend war das erste Viertel.

In der Halle waren rund 2 000 türkische Zuschauer, die ja als sehr fanatisch gelten. Wie habt ihr die Stimmung erlebt?

Die Halle war nicht komplett ausverkauft, aber trotzdem war die Stimmung echt unfassbar. Wegen des Verkehrs waren am Anfang vielleicht nur 200 Leute in der Halle, nach der Halbzeit waren es um die 2 000. Da saßen auch einige Verrückte im Publikum , die mich am Spielfeldrand mehrmals direkt angesprochen und angepöbelt haben, die wurden richtig persönlich. Doch darauf habe ich immer die richtigen Antworten gegeben und zum Beispiel im nächsten Angriff einen Dreier versenkt.

In der Halbzeitpause ward ihr ja schon mit elf Punkten zurück. Was hat euch Headcoach Gordon Herbert da gesagt? Hat er euch durch eine laute Ansprache vielleicht wachgerüttelt?

Nein, Gordi ist nicht der Typ, der in der Kabine richtig laut wird. Vielmehr ist es so, dass Gordi ein ehrlicher und aufrichtiger Trainer ist. Er sagt uns immer, was er fühlt. Und diesmal hat er uns natürlich gesagt, dass wir schlecht spielen. Doch dafür braucht er nicht besonders laut zu werden. Wenn er spricht, kommen seine Worte direkt aus dem Herzen. Das kann man ganz genau erkennen, wenn man in seine Augen schaut. Dieses Auftreten des Coaches gibt dir als Spieler großes Vertrauen und spornt dich zu guten Leistungen an...

...gute Leistungen, du sagst es. Denn im dritten Viertel habt ihr richtig aufgedreht und diesen Abschnitt mit 29:15 gewonnen. Hat dieses Viertel gezeigt, dass wir trotz der Niederlage auf einem richtig guten Weg sind?

Ja, so ist es. Man muss ja bedenken, dass wir mit Brad Buckman und Jermaine Bucknor zwei Leute dabei hatten, die gerade erst vier Tage lang in Frankfurt sind. Daher ist es klar, dass wir unsere Bestform noch finden müssen. Was aber sehr wichtig ist: Wir spielen in der Verteidigung mit der richtigen Einstellung. Das ist mit das schwerste was man als Team erreichen kann. Viele Teams schaffen diesen Schritt die ganze Saison hinweg nicht. Im Angriff sieht man, das wir noch ein wenig Zeit brauchen, aber ich bin überzeugt, dass wir unser Angriff noch richtig gut wird. Wenn wir  ein paar mehr gemeinsame Trainingseinheiten absolviert haben, werden wir noch ein viel besseres Team sein. Und ich bin überzeugt, dass wir mit unserem Kader, der jetzt ja endlich komplett ist, wieder ganz vorne in der Beko BBL mitmischen können. Außerdem wird es Zeit, das „Beast“ von der Leine zu lassen (ruft er dem an der Tribüne lehnenden Joe Dabbert zu).

Was sagst Du zu Deiner eigenen Leistung mit 20 Punkten und sechs Rebounds?

Das sehe ich ganz nüchtern. Ich bin ja Spieler bei den DEUTSCHE BANK SKYLINERS und habe meinen Vertrag hier nicht unterschrieben, um einfach nur so zu spielen, sondern um jedes Mal richtig gute Leistungen zu bringen. Ich denke, in Istanbul ist mir das ganz gut gelungen, und ich versuche, am Sonntag gegen Düsseldorf daran anzuknüpfen. Ich meine, ich bin ständig hier in der Halle und trainiere oder nehme Würfe. Ich selber erwarte von mir einfach, dass ich gut spiele. Aber viel wichtiger als die eigene Leistung ist natürlich, dass das Team gewinnt!

 

Das erste Heimspiel in der noch jungen Beko BBL-Saison 2010/ 2011 der DEUTSCHE BANK SKYLINERS ist am Sonntag, 15 Uhr, gegen die Gloria GIANTS Düsseldorf in der Höchster Ballsporthalle. Einlass ist ab 13.30 Uhr. Karten gibt es noch an der Tageskasse.