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"ich bin noch nicht angekommen"

Mario Kasun übt Selbstkritik

 Interviews sind nicht gerade Mario Kasuns liebstes Hobby. "Ich rede nicht gerne über mich selbst. Das sollen andere Leute machen."

Wer über Kasun spricht, nimmt gerne Zahlen in den Mund. Ein 213 cm großer, rund 120 Kilo schwerer, mit dutzenden von Tattoos verzierter Body, der für die OPEL SKYLINERS in diesem Jahr im Schnitt 9 Punkte und 7 Rebounds holt, bei einer verbesserten Wurfquote von 58 Prozent (im Vorjahr 54). Eine Zahl wird bei Mario "Ka-Wumm" (Branchenspitz- name wegen seiner spektakulären Dunkings) gerne übersehen. 24 Jahre ist der Kroate erst jung, als Center noch längst nicht auf dem Gipfel seiner Leistungsfähigkeit angelangt.

Mario macht sich darüber keine Illusionen, wie er im Gespräch nach seinem unauffälligen Spiel gegen die Artland Dragons (2 Punkte, 4 Rebounds) verriet.

Mario, wie bist Du mit Deinem persönlichen Saisonverlauf zufrieden?

Ich bekomme mehr Spielzeit, kann mehr Erfahrungen sammeln. Das ist sehr positiv und gibt mir Sicherheit auf dem Court. Ich weiß aber, dass ich mich noch sehr verbessern muss. In allen Bereichen.

Seit Deiner NBA Draft stehst Du im Fokus der Basketball-Fans. Übt das zusätzlichen Druck auf Dich aus?

Nein. Den größten Druck mache ich mir. Ich will ein besserer Spieler sein.

NBA Scouts wie Sam Foggin von Orlando Magic sagen über Dich: Mario hat einen NBA Body, setzt ihn aber unter dem Korb nicht aggressiv genug ein. Siehst Du das auch so? Hast Du Angst vor den Pfiffen der Schiris?

Sagen wir so: Manchmal bin ich schon verunsichert. Gerade zu Hause bekomme ich Pfiffe, deren Sinn ich oft nicht verstehe. Das hat sicher auch mit Respekt zu tun, den ich mir und den das Team sich bei den Schiris erwerben muss. Da steckt man dann vielleicht unterbewusst bei den Duellen in der Zone etwas zurück.

Basketball ist nicht nur ein physisches Spiel, sondern wird auch im Kopf entschieden. Im letzten Jahr hattest Du oft Probleme, Deine Emotionen zu kontrollieren. Was hast Du getan, um das zu verbessern?

Ich habe lange Gespräche geführt mit den Trainern, mit meinen Mitspielern, mit Spielern anderer Teams. Einmal habe ich auch einen Sportpsychologen aufgesucht. Ich denke, ich komme schon besser mit meinen Gefühlen klar. Aber wenn es auf dem Parkett zur Sache geht, fällt einem das mitunter schwer. Da brauche ich sicher noch ein paar Jahre der Erfahrung.

Wie relaxt Du vor oder nach einem Spiel?

Unterschiedlich. Manchmal gehe ich vor dem Match spazieren und denke über dieses und jenes nach. Jeden Tag telefoniere ich mit meiner Familie in Kroatien, die für mich enorm wichtig ist und mir Kraft gibt. Nach einem Spiel schalte ich gerne bei einem Film ab.

Center, so sagt man, erreichen ihren Höhepunkt so mit 28/29 Jahren. Wo wirst Du in fünf Jahren sein?

Eine gute Frage. Keine Ahnung. Vielleicht in der NBA oder einem Top Klub in Europa. Ich bin noch nicht dort angekommen, wo ich hin möchte. Ich muss härter arbeiten und meine Talente weiter entwickeln. Momentan bin ich mit mir noch nicht zufrieden.

Solltest Du es nicht in die NBA schaffen und in Europa bleiben - wäre das sehr frustrierend für Dich?

Man muss mit dem glücklich sein, was Gott für einen bereit hält. So sehe ich das. Viele Leute beneiden mich darum, dass ich mein Geld mit Basketball verdienen kann - und sie haben recht. Ich kann mich glücklich schätzen, solche Möglichkeiten zu haben.