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Bernd Kimpel...

„Geiler Club, geile Sache – We love Basketball“

Es kommt nicht häufig vor, dass man einer lebenden Legende begegnet. Doch bei unseren Heimspielen trifft man regelmäßig eine an. Profivertrag im Ausland, Stationen in Offenbach, Frankfurt, Israel, Heidelberg, Bamberg, Kronberg und wieder Offenbach, dazu unzählige Aktivitäten rund um den schönsten Sport der Welt – Bernd Kimpel ist nicht nur eine imposante Erscheinung, sondern hat auch imposante Fußabdrücke im Basketball hinterlassen. Als jahrelanger Dauerkarteninhaber gehört er genauso zu unseren Heimspielen, wie Äppelwoi zu Frankfurt. In einem Gespräch, das munterer nicht hätte sein können und ursprünglich auch anders gedacht war, spricht er in wunderbar hessischer Mundart über Offenbach und Frankfurt, Basketball und Weltpolitik, unsere Heimspiele und vieles mehr. Eine Zusammenfassung:

...athletisch beim Rebound...
... und bei seiner Spezialdisziplin: Dem Dunking

Bernd, lass uns mal allgemein anfangen: Warum muss man unbedingt zu unseren Heimspielen kommen?

Naja, der Hardcore-Basketball-Fan wird bestimmt nicht nur wegen den hübschen DanceTeam-Mädels kommen, aber viele andere kommen eben wegen der tollen Stimmung und dem ganzen Drumherum. Es ist spannend und man kann eine gute Zeit haben. Es gibt einige Experten in der Halle, aber auch ganz viele, die zum ersten oder zweiten Mal da sind. Da wird man oft mal gefragt, was der Schiri denn da nun gepfiffen hat – aber die Antwort können häufig auch die Regelkundigen nicht geben (lacht). Es ist einfach eine bunte Mischung aus viel buntem Drumherum und tollem Sport, für jeden ist was dabei.

Wie bist du eigentlich zu uns gekommen, bzw. auf uns aufmerksam geworden?

Die Idee in Frankfurt wieder Spitzenbasketball zu etablieren gab es schon einige Zeit bevor die damaligen Frankfurt Skyliners in Erscheinung getreten sind. Aus verschiedenen Gründen hat es aber vor so rund 25 Jahren nicht geklappt. Als es dann die neue Initiative gab, fand ich die Idee natürlich super und habe seitdem vermutlich keine zehn Spiele verpasst. Nach Frankfurt gehört einfach eine Mannschaft in der höchsten Liga. Mir wäre es zwar lieber es wäre ein Offenbacher Team, aber das ist ein anderes Thema (lacht).

Du bist also Offenbacher?


Da bin ich großgeworden und Kickers-Fan seit Kindesbeinen! In Offenbach habe ich angefangen Basketball zu spielen, war aber vorher auch als Stürmer im Fußball nicht schlecht. Es kam dann aber ein Wachstumsschub und dann hat man mich angesprochen, ob ich nicht mal Basketball probieren möchte. Im Fußball habe ich es nicht in die Bundesliga geschafft, also habe ich mir gesagt ´Probiere ich es halt mal im Basketball´. Ich konnte nix, außer dem Dunking mit massig Schrittfehler. Damals war ich 17. Aber ich wurde schnell so gut, dass die Eintracht irgendwann auf mich aufmerksam wurde. Als die mich dann angesprochen haben, habe ich erst mal gesagt ´Eintracht? Iiihh, ne tut mir leid´. Naja, aber dann bin ich doch da gelandet, die haben einfach nicht locker gelassen, weil ich in der Landesliga immer so 30, 40, 50 Punkte gemacht habe. Da habe ich dann mit einigen Nationalspielern zusammengespielt, kurz habe ich es auch mal geschafft, bevor ich nach Israel gegangen bin.

Israel?

Zwei Jahre habe ich bei Hapoel Haifa als Profi gespielt. Bis heute habe ich zum Club einen guten Kontakt und werde immer wieder eingeladen, denn ich war schon eine Art Publikumsliebling wegen meiner etwas anderen Art Basketball zu spielen.

Was heißt denn ´andere Art´?

Ach, ich habe einfach immer mal ein wenig Quatsch gemacht. Ich wollte als Zweimeter-Mann immer den Ball nach vorne bringen. Ich war damals schon der Zeit voraus (lacht). Aber ich habe auch sehr hart gespielt und war dafür bei den Gegnern nicht so beliebt.

Ok, aber noch mal zurück. Wie kam es, dass du nach Haifa gegangen bist? Das war damals Ende der 70er, Anfang der 80er doch eher ein unüblicher Weg.

Als ich in Offenbach angefangen habe, hatte ich einen Freund aus Israel, der auch gespielt hat. Wir haben uns immer auf der Rosenhöhe in Offenbach getroffen, da war auch der Michael Groß, der Schwimmer, immer mit dabei. Der konnte übrigens auch gut Basketball spielen! Mein israelischer Freund musste dann aber mit 18 Jahren wieder zurück wegen des Militärdienstes. Er hat mich dann später irgendwann eingeladen, ihn zu besuchen. Bei diesem Besuch habe ich dann ein Probetraining bei Haifa gemacht und was soll ich sagen, die wollten mich. Nach ein wenig überlegen habe ich mich entschlossen, das mal zu probieren. Am Freitag hin, Vertrag unterschreiben, am Sonntag zurück, bei der Firma für die ich gearbeitet habe wurde gekündigt und die Wohnung leer geräumt.

Und wie lief es in Israel?

Ich habe eine wunderbare erste Saison gespielt! In Deutschland hat man damals ja nur so drei oder vier Mal pro Woche trainiert. Bei Haifa hatten wir dreimal am Tag Training! Ich war groß, ich konnte spielen, aber natürlich hatten die mich auch ein wenig aus politischen Gründen verpflichtet, ich war schließlich Deutscher. Es gab durchaus auch Spiele, da wurde ich mit Tomaten beworfen. Am Ende hatte ich aber eine sensationelle Saison mit 29 Punkten im Schnitt. Danach haben wir uns auf ein zweites Jahr geeinigt, es gab sogar Überlegungen mich quasi einbürgern zu lassen. Im zweiten Jahr ist dann der Krieg ausgebrochen, da war ich 26 Jahre alt und habe 17 Kilometer von der Kriegsgrenze zum Libanon gelebt. Die Stadt war wie leergefegt. Angst hatte ich zwar keine, aber natürlich waren auf einmal alle vom Club weg und man wusste nicht, wie es nun weitergeht. Irgendwann blieben auch die Gelder aus und dann bin ich zurück nach Deutschland. Heidelberg hatte mir damals ein Angebot gemacht, danach bin ich nach Bamberg. Insgesamt bin ich einmal Deutscher Meister und zweimal Pokalsieger geworden. Meine Profi-Karriere beendet habe ich dann in Offenbach.

Das sind also mehr als 40 Jahre Leben mit und für den Basketball. Wie hast du die Entwicklung des Sports erlebt? Ist das Spiel heute anders?

Es ist heute viel athletischer. Schau dir doch mal an, wie die Jungs heute trainieren, rennen und springen. Wir hatten damals ja noch nicht mal unsere eigene Trainingshalle und haben teilweise erst ab 22:30 Uhr in die Halle gekonnt. Und das in der ersten Liga!

Kommen wir mal zurück zu den FRAPORT SKYLINERS. Da bist du ja regelmäßig Gast. Wie gefällt dir denn die Stimmung bei den Heimspielen?

Oh Mann, beim letzten Spiel gegen die Bayern, da war die Stimmung so richtig klasse. Das hat mir gefallen. Man kann die Situation in Frankfurt noch nicht mit Standorten wie Bamberg vergleichen, wo ja schon seit zig Jahren am Spieltag in der Innenstadt jeder ein rotes Trikot trägt. Das ist halt doch ein Traditionsstandort. Aber es wird immer besser.

Du selbst bist aber bei unseren Heimspielen immer sehr aktiv. Man sieht dich eigentlich immer nur stehend in der Arena…

Ach nee. Manchmal setze ich mich auch hin (lacht). Wir sind ja immer mit einer größeren Gruppe in der Arena. Alles alte Haudegen der früheren Eintracht-Zeit. Mit einem großen Teil fahren wir seit 40 Jahren jedes Jahr einmal in Urlaub, ohne unsere Frauen. Ich besorge uns auch immer die Dauerkarten und hole dann immer so 20-25 Stück für jede Saison. Als Fans bei den Spielen sind wir immer fair, auch wenn so manch einer von uns früher auf dem Feld kein Kind von Traurigkeit war (lacht). Wir sind also eher Fachpublikum, aber natürlich wollen wir immer, dass Frankfurt die Spiele gewinnt! Früher als Spieler hat man es natürlich auch geliebt, wenn auf den Rängen Action war. Darum bin ich auch immer mit meiner riesigen Rassel in der Halle. Als Spieler war ich selber auch immer ein wenig verrückt. Einmal habe ich zum Beispiel in einem Spiel, in dem wir schon mit fast 30 Punkten geführt haben, drei Dunkings in den eigenen Korb gemacht (lacht). Und das Beste daran war: Der Trainer konnte mich nicht auswechseln, da damals die Regeln zum Wechseln noch anders waren (lacht).

Wer war denn in all den Jahren dein Lieblingsspieler im Frankfurter Trikot?

Der Robbi (Maras) und der Pascal (Roller), natürlich. Und Chris Williams war auch irre, den konnte keiner verteidigen. Aber auch den Danilo (Barthel) finde ich gut und kenne den schon ewig. Und mein Freund mit der 23, der Tez Robertson, der ist genial und springt genauso hoch wie ich früher (grinst).

Und das beste Spiel, welches du gesehen hast?

Naja, das Spiel gegen die Bayern war stark. Aber in dem Meisterjahr waren einige Spiele dabei, die bleiben unvergesslich. Auch die Stimmung wird immer besser, die Halle wird immer voller. Unter der Woche ist es für Familien mit Kindern natürlich immer schwer, aber ansonsten ist es doch wirklich super in der Halle. Sonntagnachmittag, das passt schon mit dem ganzen Programm rundum. Immer wenn ich neue Leute dabei habe, dann sind die voll begeistert.

Als letzte Frage: Warum lohnt sich die Dauerkarte bei den FRAPORT SKYLINERS?

Geiler Club, geile Sache – We love Basketball! Ist einfach ein toller Sport und es macht Spaß in die Arena zu gehen.

Tickethinweise

Auch wenn bis zum ersten Heimspiel der neuen Beko BBL-Saison 2015/16 am 11. Oktober noch ein wenig Zeit ist, so sollte man sich schon jetzt die Dauerkarte und somit viele tolle Vorteile sichern. Ab 89 Euro verpasst du kein Spiel mehr in der Fraport Arena. Alle Infos zur Dauerkarte

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