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Es war alles Kopfsache!

(Montag, 19. März 2007 von Fangi Lam)


Mein Praktikum bei den Deutsche Bank SKYLINERS begann am 22. Januar um 11 Uhr vormittags in Basketball City Mainhattan. Es war ein aufregender Tag für mich, denn schon seit zwei Jahren bemühte ich mich um ein Praktikum als „Spielbeobachter“ bei den DEUTSCHE BANK SKYLINERS. „Spielbeobachter“? Was ist das überhaupt?


Tja, so ganz wusste ich das auch noch nicht anfangs. Ich hatte Co-Trainerin Daphne Bouzikou im Januar im Fitness Center der Titus Thermen getroffen und sie gefragt, ob es nicht möglich wäre, bei ihr ein Praktikum zu absolvieren. Sie kannte mich schon seit längerem vom Sehen, weil ich seit 2004 im Fitness Center der Titus Thermen selbst als Fitness Trainer tätig bin.


Daphne fragte mich, ob ich in meinem Praktikum lieber im Büro oder aber am Spielfeldrand sein möchte - ich entschied mich sofort für das Letztere, denn die Möglichkeit für mich am Spielfeldrand zu arbeiten war großartig, gerade weil ich selbst Basketball spiele und jahrelang in dieser Sportart Erfahrungen in der Teambildung sammeln konnte.


Ich erklärte Daphne, dass es gerade für mein Studium der Sportwissenschaften fantastisch wäre, ein Praktikum bei einer berühmten Basketballmannschaft zu absolvieren. Meine Aufgabe sah ich darin, die Spieler in den nächsten sechs bis acht Wochen zu beobachten, wie sie sich entwickeln, sowohl individuell als Basketballspieler, als auch im Team, und auch wie diese Mannschaft letztendlich diese Entwicklung im Spiel umsetzt!


Ich selbst als Basketballspieler kenne die Schwierigkeiten in einem Team, die Grüppchenbildung und die internen Probleme. Welcher Spieler spielt mehr mit wem? Welcher ragt heraus, welcher fühlt sich ungerecht behandelt und welcher trägt welche Rolle im Team?


Das Training der Mannschaft war sehr abwechslungsreich. Die Trainingseinheiten sind verteilt über die gesamte Woche und meist zwei Mal pro Tag (vormittags und abends jeweils eine Trainingseinheit). Die Intensitäten des Trainings sind immer verschieden. Zu Beginn der Woche steht meist Lauftraining, Kraftraum und Intervalltraining auf dem Programm.


Dabei werden die "Peaks" nicht zu hoch gesetzt, um das Team nicht zu sehr zu ermüden. Eine Ermüdung wäre auch gefährlich, weil dadurch leicht Verletzungen durch unachtsame Spielbewegungen entstehen könnten. In Form von Videoanalysen der Gegner im Videoraum stellen die Trainer nochmals explizit die Taktik in den Vordergrund. Jeder Gegner wird einstudiert und die Rollen der Spieler im Team für das Wochenende verteilt. Somit hat das Team ausreichend Zeit, sich auf seine Gegner zu konzentrieren.


Ich habe die DEUTSCHE BANK SKYLINERS in den letzten Wochen wirklich hart im Training kämpfen sehen. Die Qualität der Trainingseinheiten war sehr hoch. Einarbeiten von Spielzügen, Konditions- und Schusstraining, Taktikschulungen in der Defense, Eins-gegen-Eins-Spiele mit eingebauten Kurzsprints zur Schnelligkeitsverbesserung, simulierte Fünf-gegen-Fünf-Spiele verlangten dem Team alles ab. Und dennoch hat es in den letzten Spieltagen ganz anders ausgesehen. Ich möchte die Spieler insofern nicht kritisieren, sie haben wirklich hart an sich gearbeitet und auch die neu verpflichteten Spieler haben sich sehr gut integriert (Mike Benton, Michael Bauer und Jemeil Rich). Aber ich habe mitverfolgt, wie es manchen Spielern an der Fähigkeit mangelte, dieses Erarbeitete in das wirkliche Spiel umzusetzen! Es war alles Kopfsache!


Sobald das Team auf dem Spielfeld stand, hat es seine Power verloren, die es davor in der Woche noch so gut aufgebaut hat. Sie spielten zu statisch im Spielaufbau. Das Herz war da, aber es fehlte am Erfolgserlebnis, den Knoten endlich platzen zu lassen.


Coach Murat Didin schaffte es innerhalb von 24 Stunden das Team komplett neu einzustellen, sowohl auf dem Feld, als auch in den Köpfen der Spieler. Bei meinem Gespräch mit Michael Bauer erfuhr ich, dass Murat Didin nur einzelne Umstellungen im Team vollzog, diese aber „sehr entscheidend“ waren.


Er schaffte es, die Statik im Spiel in ein wirklich schnelles Transition-Game mit gezielten Pässen und gut heraus gespielten Würfen zu verwandeln. Auch die Freude der Spieler kam schnell zurück. Ich sah die Spieler zum ersten Mal seit langem im Spiel wieder lachen. Somit hat es Murat Didin durch seine langjährige Trainererfahrung geschafft, den DEUTSCHE BANK SKYLINERS wieder positives Denken zu vermitteln. Es war eben wohl alles Kopfsache.