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Mit der Nummer 34 - Dane Watts

„Es gab viele Höhen und Tiefen“ – Dane Watts im Gespräch

Nach dem morgendlichen Krafttraining liegt Dane Watts auf der Bank im Physioraum und lässt sich die Muskeln von Physio Moritz wieder geschmeidig massieren. Ob es nun an der offensichtlich wohltuenden Behandlung oder an seinem generellen Gemüt liegt, kann nicht abschließend geklärt werden, aber der sympathische Power Forward beantwortet Fragen ausführlich und mit ruhiger, langsamer Stimme, nimmt sich Zeit für seine Antworten und wirkt durch und durch entspannt.

Beim Spiel in Oldenburg gelangen Dane 21 Punkte und 8 Rebounds
Im Training gibt Dane immer alles

21 Punkte bei vier von sechs Dreier in deinem ersten Spiel. Können wir solche Zahlen als Saisonschnitt von dir erwarten?

(lacht) Naja… ich will natürlich immer mein Bestes geben und alles dafür tun, dass wir gewinnen. Aber ich kann nicht versprechen, dass ich in jedem Spiel so und so viele Dreier treffe oder so und so viele Punkte erziele. Aber klar ist: Wenn ich frei bin, dann werfe ich.

Wie hat es sich angefühlt, wieder auf dem Feld zu sein? War es wie erwartet oder hat dich irgendwas überrascht?

Es hat sich wirklich gut angefühlt. Ich wollte auf dem Feld vor allen Dingen Spaß haben und das Spiel genießen. Für mich war es ein besonders wichtiges Spiel, denn ich habe ja länger nicht gespielt. Wirklich überrascht hat mich eigentlich nichts. Ich habe ja die ganze Zeit hart gearbeitet als ich zu Hause war. Was sicherlich geholfen hat war, dass ich drei Wochen vorher mit dem Team trainieren konnte. Dass hat es leicht gemacht, die Jungs kennenzulernen, das System zu verinnerlichen und meine ´Basketball-Fitness´ weiter aufzubauen.

Wie weit bist du mit der Integration in das Spielsystem der Mannschaft?


Ich kenne noch nicht das ganze System. Die Trainer vermitteln mir immer Teile des Ganzen. Ich denke, dass dies der bessere Weg ist: Bestimmte Teile schon gut zu kennen, als von allem nur ein wenig. Jeden Tag kommen dann neue Sachen hinzu.

Wie haben dich die Jungs im Team aufgenommen?

Das Team hat mich sehr gut aufgenommen, ich mag die Jungs. Besonders weil ich zu Beginn ja allein in Frankfurt war. Das war ich so nicht gewohnt, denn normalerweise sind meine Frau und mein Sohn immer bei mir. Ich war mit Marius und Andy am Anfang zusammen essen, die beiden haben mich also quasi willkommen geheißen. Leider spielen die beiden ja im Moment nicht. Aber auch alle anderen haben mir sehr geholfen, mich hier schnell wohl zu fühlen.

Deine Frau und dein Sohn kommen demnächst nach Frankfurt, oder?

(ein breites Grinsen zieht über Danes Gesicht, man sieht ihm die Vorfreude richtiggehend an) Ja. Die beiden kommen morgen [Mittwoch]. Mein Sohn wird im Mai zwei Jahre alt. Er redet die ganze Zeit und rennt ständig überall herum. Das ist mein extra-Konditionstraining (lacht).

Was hast du deiner Frau als Einstimmung auf Frankfurt und die FRAPORT SKYLINERS gesagt?

Ich habe leider noch nicht viel von der Stadt sehen können. Ich kenne das Hotel, die Trainingshalle und den Fitnessraum. Ich habe ihr gesagt, dass hier ein Schwimmbad direkt nebenan und auch ein kleiner Park nicht weit weg ist. Das ist natürlich toll für meinen Sohn. Insgesamt bietet Frankfurt viele Möglichkeiten etwas zu unternehmen oder essen zu gehen. Bei meinen früheren Stationen war das nicht immer so. Es fühlt sich ein wenig wie zu Hause an.

Du musstest aufgrund einer Rückenverletzung länger pausieren. Nimm uns doch mal zurück in der Zeit und schildere uns deinen Weg zurück auf das Parkett.

Ich hatte vorher noch nie eine Rückenverletzung. Alles war neu, ich wusste nicht wie lange es dauern wird, wieder fit zu sein oder was genau ich alles tun musste. Aber ich wurde in den USA sehr gut behandelt, besuchte jede Menge Spezialisten und Physiotherapeuten. Ich hatte nach der Operation manchmal das Gefühl, dass es nicht vorwärts gehen würde. Der eine Arzt sagte mir, dass ich recht früh wieder aktiv sein könnte, aber als es nicht so kam, habe ich mir Gedanken gemacht, ob etwas nicht stimmt. Ein anderer Arzt meinte, dass es länger dauern würde, aber ich gute Fortschritte mache. Es war einfach mental anstrengend und unangenehm nicht genau zu wissen, wie es meinem Rücken geht und wo ich im Heilungsprozess stehe. Bei einem Kreuzbandriss oder einem Bänderriss wissen die Ärzte meist sehr genau, wie lange der Heilungsprozess dauert und welche Schritte zu unternehmen sind. Aber bei meinem eingeklemmten Nerv konnten sie nicht genau sagen, ob es nun ein paar Wochen, Monate oder sogar Jahre dauern wird.

Wie lief denn das Reha-Training ab?


Als ich noch in Deutschland war, habe ich nicht sehr viel trainiert und wenn, dann nur mit leichten Gewichten. Zu Hause in den USA habe ich dann angefangen mehr zu machen. Aber es war nicht immer leicht, denn in manchen Wochen lief es sehr gut und ich konnte intensiver arbeiten, dann gab es wieder Wochen, da lief es nicht rund und ich hatte Schmerzen, weil mein Körper das harte Training nicht mehr so gut verkraftet hat. Für eine ganze Weile gab es viele Höhen und Tiefen.

Teamkollege Jacob Burtschi steckt momentan ja in einer ähnlichen Situation. Hast du mit ihm schon gesprochen und vielleicht den ein oder anderen Tipp für ihn?

Mein Rat an ihn war, dass er einfach auf seinen Körper hören soll. Ich glaube seine Geschichte ist etwas anders als meine. Er ist jetzt schon wieder soweit, dass er viele Dinge trainieren kann. Aber wie gesagt, er muss auf seinen Körper hören, denn man will ja nicht sein Leben lang Rückenschmerzen haben. Nimm dir Zeit, hör auf die Ärzte und überhaste das Comeback nicht.

Lass uns dann noch mal zum nächsten Spiel kommen. Am Samstag geht es gegen den MBC gegen den wir im Hinspiel mit 30 Punkten verloren haben und einen ganz gebrauchten Tag erwischten. Was werden die Schlüssel für uns sein, um dieses Spiel zu gewinnen?

Wir müssen weiter als Team spielen, mit der Energie und dem Einsatz wie am Sonntag gegen Oldenburg auftreten und die vielen kleinen Details im Angriff und in der Verteidigung richtig machen. So haben wir immer eine Chance zu gewinnen.

Wir haben unseren Fans bei Facebook die Möglichkeit gegeben, Fragen an dich einzuschicken. Einige davon wollen wir dir natürlich stellen. Bist du bereit?

Klar, leg los.

Mit Grüßen aus Ulm kommt die Frage: Wie geht es deiner Familie und was macht der Nachwuchs?

Es geht uns gut. Für mich war die Tryout-Phase sehr schwer. Auf dem Feld, weil es viel Konditionstraining gab, abseits des Feldes, weil meine Frau und mein Sohn nicht hier waren. Wir sind normalerweise nie sehr lange getrennt. Aber das Tryout ist jetzt vorbei und morgen kommt meine Familie. Das Leben in Frankfurt kann also beginnen (grinst).

Was ist dein Ziel mit dem Team? Sind es die Playoffs?

Auf jeden Fall sind die Playoffs das Ziel. Ich habe nicht so hart an meinem Comeback gearbeitet, nur um einfach nur Geld mit Basketball zu verdienen. Ich will gewinnen und ich denke, dafür spielen wir alle. Wenn wir erst mal alle gesund sind und zusammen trainieren, haben wir gute Chancen in die Playoffs einzuziehen.

Mit ein wenig ironischem Unterton kommt die Frage, ob du schon mal in einem solchen RED CROSS ALLSTAR TEAM gespielt hast…

Nein, eine solche Situation habe ich auch noch nicht erlebt. In Ulm hatten wir zwar ein paar Verletzungen, auch ein paar schwerwiegende, aber nicht in diesem Ausmaß wie aktuell hier. Manchmal haben wir ja kaum genug Leute um richtig zu trainieren. Aber wenn alle wieder an Bord sind, dann kommen wir richtig ins Rollen.

Was kannst du unseren jungen Deutschen beibringen und was kannst möglicherweise von ihnen lernen?

Ich glaube vor allem meine Erfahrung kann ihnen helfen. Ich versuche viel mit den Jungs zu reden, vor allem über Fußarbeit und Timing. Wenn man älter wird, fängt man an, das Spiel anders zu sehen. Die Kleinigkeiten und Details werden immer wichtiger. Diese Aspekte möchte ich Ihnen vermitteln. Sie sind jung und voller Energie, daraus ziehe ich wiederum viel Energie. Sie sind hungrig und wollen spielen und lernen. So muss es sein.

Was war die bisher lustigste Anekdote in deiner Karriere?

(überlegt) Irgendwie fällt mir da spontan nicht so richtig was ein…

… gibt es dann vielleicht einen besten Moment, den du nennen kannst?

Der beste Moment war nach der Geburt meines Sohnes zu Ulmer Zeiten. Wir waren in den Playoffs in der zweiten Runde. Meine Frau ging einen Tag vor dem Spiel mittags ins Krankenhaus. Aber das Baby kam erst gegen neun Uhr am nächsten Morgen. Wir waren also die ganze Nacht wach, ich hatte kaum was gegessen. Coach hat mir dann gesagt, dass ich bei meiner Familie bleiben soll. Ich habe ihn dann nach der Geburt angerufen und gefragt, ob ich trotzdem zum Spiel kommen soll und ob er mich braucht. Er meinte, dass er mich gerne dabei hätte, wenn ich möchte. Also habe ich was gegessen, ein wenig geschlafen und bin dann zum Spiel gefahren. Es war ein wichtiges Spiel, wir haben gewonnen und ich habe recht gut gespielt. Ich kann meinem Sohn also erzählen, dass wir nach seiner Geburt ein wichtiges Spiel gewonnen und ich gut gespielt habe. Das ist für mich etwas ganz besonderes.

Nächstes Heimspiel

Das nächste Heimspiel der FRAPORT SKYLINERS mit Dane Watts findet am kommenden Samstag, den 15. Februar um 18:30 Uhr, statt. Zu Gast in der Frankfurter Fraport Arena ist der Mitteldeutsche BC aus Weißenfels. Karten sind erhältlich über Tel. 069-928 876 19 oder über die Website www.fraport-skyliners.de <xml></xml>