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Letztes Spiel: 82:90 Sa 07.03. in Gießen Bericht

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Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer in seinem Element

„Diesmal bin ich wieder aufgeregt“

„Mentale Stärke und digitale Demenz“ – so lautet der Name des Vortrags, den der renommierte Hirnforscher Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer am Mittwoch, den 10. April ab 17 Uhr, im Vorfeld des Hessenderbys gegen die LTi GIESSEN 46ers auf dem Parkett der Fraport Arena halten wird.

Was stärkt beziehungsweise schwächt den menschlichen Geist? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Vortrags des ärztlichen Direktors der psychiatrischen Universitätsklinik Ulm, der bereits in der vergangenen Saison vor der Partie gegen TBB Trier in der Fraport Arena referiert hatte. Vor seinem Auftritt spricht Spitzer von Nervosität vor seinem Vortrag, lobt das Projekt „Basketball macht Schule“ in den höchsten Tönen – und: Er erläutert die mit der Nutzung von Sozialen Netzwerken verbundenen negativen Begleiterscheinungen.

Im vergangenen Jahr haben Sie rund 1000 Zuschauer mit einem sehr anschaulichen und interessanten Vortrag zum Thema „Geist in Bewegung“ begeistert. Auf was dürfen sich die Zuschauer diesmal freuen?

Diesmal wird es ganz allgemein um die Frage gehen, was den menschlichen Geist und insbesondere den Geist von Kindern und Jugendlichen stärkt und was ihn schwächt. Im Besonderen spielt dann Bewegung wieder eine ganz wichtige Rolle: Sie ist eben nicht nur gut für Herz und Kreislauf, sondern auch gut für das Gehirn. In den Köpfen vieler Menschen ist jemand immer noch entweder sportlich oder geistig fit, aber nicht beides. Mein Punkt wird vor allem der sein, dass beides zusammengehört.

Vor rund einem Jahr waren Sie bei der ersten Veranstaltung von „Basketball mit Ansage“ voll in Ihrem Element. Inwiefern ist der Vortrag auf dem Parkett der Fraport Arena für Sie etwas Besonderes?

Eine Arena mit Publikum vor, neben und hinter einem ist schon etwas anderes als eine übliche Stadthalle. Für mich war das vor einem Jahr völlig neu und ich muss zugeben, dass ich ziemlich aufgeregt war. Diesmal bin ich wieder aufgeregt: Nicht weil es neu ist, sondern weil ich einen neuen Vortrag vorbereitet habe.

Sie sind Vorsitzender des Wissenschaftsbeirates des gemeinnützigen Vereins FRAPORT SKYLINERS e.V.. Wie wichtig halten Sie Projekte wie „Basketball macht Schule“, um der von Ihnen beschriebenen digitalen Demenz vorzubeugen?

Mit einem Wort: Sehr wichtig! Für Kinder und Jugendliche gilt ganz besonders: Bewegung schult nicht nur den Körper, sondern eben auch den Geist! Ein Drittel unseres Gehirns beschäftigt sich mit der Planung und der Ausführung von Bewegungen. Wir wissen zudem, dass bewegte Schüler aufmerksamere Schüler sind. Die Schulnoten verbessern sich, wenn man mehr Sport, insbesondere früh am Morgen, in der Schule macht. Ich persönlich bin von dem Projekt „Basketball macht Schule“ begeistert und trage gerne, was ich kann, dazu bei.

Sie gelten als Gegner von Sozialen Netzwerken wie Facebook. Wie groß ist angesichts der stetig zunehmenden Popularität von Sozialen Netzwerken Ihre Sorge um unsere Gesellschaft?

Die Sorge muss groß sein und es geht nicht nur um meine Sorge, vielmehr sollten wir uns alle sorgen: Auf einer Polizeitagung zum Thema Internetkriminalität hörte ich einen Spezialisten sagen: Im Vergleich zur Datensammelwut von Facebook war die Stasi ein Kaffeekränzchen. Facebook weiß heute viel mehr und kann aus diesem Wissen durch entsprechende Rechnungen noch viel mehr über einzelne Personen herausfinden, bis tief in die Privatsphäre. Dies öffnet Tür und Tor für Manipulationen wie beispielsweise heute schon in der Werbung, aber eben auch für soziale Überwachung und soziale Schäden: Man bedenke nur die Häufigkeit des „Cyber-Mobbing“. Das belastet gerade sehr viele junge Menschen in einem noch nie dagewesenen Ausmaß. Wir müssen aufpassen, dass uns die sozialen Netzwerke nicht unser Sozialverhalten kaputtmachen!

Mentale Stärke ist Ihrer Ansicht nach neben dem Intelligenzquotienten und dem angeeigneten Wissen die dritte Säule geistiger Leistungsfähigkeit. Was ist Ihrer Meinung nach das beste Rezept, um die eigene Mentale Stärke zu verbessern?

Gerade darum wird mein Vortrag gehen. Nur so viel vorab: Es geht um die richtige Kombination von Tätigkeiten, die um ihrer selbst willen Spaß machen. Wenn wir diese ausführen, dann tun wir das, weil wir das selber wollen, weswegen diese Tätigkeiten unsere Persönlichkeit stärken. Die Ausführung muss geplant, komplex und nicht reflexhaft sein wie beispielsweise bei vielen Computerspielen. Sie darf nicht passiv sein, sondern muss aktiv sein. Wenn man sich diese Dinge überlegt, kommt man ganz klar auf das, was man vor 2000 Jahren schon wusste: Sport, Musik, Theaterspielen und mit den Händen kreativ arbeiten sowie in jungen Jahren das ganz viele Spielen machen uns zu wahrhaft menschlichen Menschen, das heißt zu Menschen, deren Geist nicht schwach, sondern stark ist und die daher ihr eigenes Leben leben und nicht zuletzt deswegen glücklicher, gesünder und länger leben.

Kartenhinweis:


Karten sind erhältlich über 069-92887619, direkt zum selber ausdrucken www.fraport-skyliners.de/tickets oder an der Tageskasse ab 16 Uhr.