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Carlos Andrade im Porträt - Teil 2

(Mittwoch, 18. Januar 2006 von Michael Lohbusch)


Wenn es in Frankfurt wieder einmal bitterkalt ist, die Spieler der DEUTSCHE BANK SKYLINERS in der Trainingshalle anfangen zu frieren, dann denkt Carlos Andrade an seine Heimat.


„Geboren bin ich auf den Kapverdischen Inseln vor der Küste Westafrikas. Aber mit zwei Jahren sind wir nach Portugal gezogen. Dort bin ich bis zu meinem 19. Lebensjahr aufgewachsen, dann ging es aufs College in den USA.“


College – bei diesem Wort leuchten Andrades Augen magisch. Amerikanischer College-Basketball für einen Portugiesen? Irgendwie seltsam, bemerkt man, dass kein einziger Portugiese in der NBA spielt.


Im Staat 23 mit Basketball infiziert worden


Doch Andrade erinnert sich gerne an die Zeit in North Carolina, wo schon der Stern einer anderen Nummer 23 auf ging. Obwohl die Umstellung auf die USA nicht problemlos verlief. „In den Staaten hatte ich am Anfang eine harte Zeit, alles fiel mir schwer: das Wetter, die Leute, das Essen“, zählt Andrade viele Gründe auf, das Abenteuer USA vorzeitig abzuhaken, wieder heim zur Familie zu gehen, wie es viele Brasilianer nach einem kurzen Fußball-Bundesliga-Abenteuer machen. Doch Andrade blieb, biss sich durch und sagt warum: „Die ganze Region ist dort Basketball-verrückt, es gibt unheimlich viele Colleges. Nach dem ersten Jahr fiel mir alles leichter, ich ging auf die Leute zu. Ich hatte mich eingelebt. Ich habe noch härter trainiert und mich besser an die Kultur gewöhnt“.


Nicht nur Basketball stand dabei auf dem Programm, Andrade wurde auch ganz nebenbei erwachsen. Es wuchsen ihm nicht nur auf dem Court Flügel. „Von zuhause weggegangen zu sein, alleine in ein anderes Land, das hat mich zu einem Mann gemacht“, meint Andrade heute.


Eintrag ins Buch der Rekorde


An der kleinen Queens University of Charlotte, die in der Division II der NCAA (in etwa die 2. Liga der Amerikanischen College-Basketball-Liga) spielt, bleiben die Duelle mit den bekannten Unis aus North Carolina, wie den Duke Blue Devils (Ehemalige: Grant Hill, Christian Laettner, etc.) und den North Carolina Tar Heels (Absolventen: Michael Jordan, Rasheed Wallace, Vince Carter, usw.), aus. Dennoch wird Andrade sein Senior-Jahr nie vergessen: „Im letzten Jahr haben wir alle Rekorde an unserem College gebrochen: Wir gewannen die meisten Spiele hintereinander, wir gewannen die meisten Spiele in einer Saison in der Schulgeschichte und wir fuhren zum Final Four der Divison II“.


Klingt beinahe perfekt, doch der ganz große Wurf bleibt Andrade verwehrt, sein College verliert gegen das spätere Siegerteam. Dennoch blickt Andrade zufrieden auf das Erreichte zurück. Denn eines hat er sich aus jenen Tagen bewahrt: seine enorme Vielseitigkeit auf dem Feld. Von Vorteil war hierfür die breite Ausbildung am College. Dort spielte er nicht nur Small Forward, sondern auch die Positionen 1, 2 und 4. Aufbauspiel und Moves am Korb sind also kein Fremdwort für Andrade.


Im dritten und letzten Teil des Porträts spricht Carlos (doch noch) über seine Emotionen, seine eigentliche Heimat Portugal und den Frankfurter Weihnachtsmarkt ... auf seine Weise.

Teil 1 des Porträts

Teil 2 des Porträts

Teil 3 des Porträts

Bericht über Andrades letztes College-Jahr (in englisch)

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