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Basketball im Blick - unser Video-Team

(Mittwoch, 27. September 2006 von Katrin Schneider)


"Rechts! Weiter nach rechts!" – aber der Kameramann versteht kein Wort. Zu laut sind die tosenden Fans um ihn herum, als dass er die Anweisungen, die er über den Knopf in seinem Ohr erhält, verstehen könnte. Coach Charles Barton hat in der Ballsporthalle gerade eine Auszeit genommen und Michael vom Video-Team will die währenddessen tanzenden Cheerleader ins rechte Licht rücken. Regisseur Clemens hat auf der Empore neben Hallensprecher Roland aber natürlich den besseren Überblick.


Das Video-Team teilt sich in zwei Gruppen um besagte Field-Kamera und die Scouting-Kamera. Die Jungs an der Field-Kamera filmen alles, was auf und um das Parkett herum passiert – vom Einschwören der Spieler vor der Umkleidekabine über das Einlaufen in die Halle und den Szenen in den Auszeiten bis zum Fan-Talk nach dem Spiel. "Wir wollen die Gesichter auf dem Spielfeld näher an den Zuschauer bringen", erklärt Clemens, "das Spiel noch interessanter für die Fans machen." Da darf dann auch die sogenannte "Kiss Cam" nicht fehlen. Damit werden in den Pausen die Zuschauer gefilmt und – wie der Name schon sagt – zu einem Küsschen für den Nachbarn animiert.


Für das Hallenfernsehen werden dabei sowohl live-gefilmte als auch vorbereitete Beiträge benutzt, die teilweise auch rheinmaintv zur Verfügung gestellt werden. Das alles erfordert viel Planungsaufwand. Ein bis zwei Stunden vor dem Spiel beginnt das Video-Team mit dem Aufbau der Technik. Schließlich geht das Fan-TV bereits eine dreiviertel Stunde vor dem Tip-off auf Sendung. In Absprache mit Roland wird zudem ein genauer Ablaufplan erstellt, wer wann wo filmt. Aber auch der genauste Ablaufplan schützt nicht vor Überraschungen. "Einmal hatten wir am Feld abgesprochen, die Kiss Cam nicht auf die Zuschauer, sondern auf Roland und Clemens zu halten, die beiden wussten natürlich nichts davon, machten aber mit und umarmten sich", lacht Michael.


Während das Feld-Team beständig auf und um das Spielfeld wuselt, geht es bei dem Team um die Scouting-Kamera ruhiger zu. Gerade folgt Steffen aufmerksam mit der stehenden Kamera dem Spielverlauf. An der Scouting-Kamera wird jedes Viertel gewechselt. Nicht nur, weil man sich die ganze Zeit konzentrieren muß, sondern auch weil jeder etwas von dem jeweiligen Spiel mitbekommen möchte.


Das Filmmaterial dient später der Spielanalyse. Wurde bis letzte Saison noch alles auf VHS-Kassetten aufgenommen, wird nun direkt auf DVD gebrannt und auf Festplatte aufgenommen. Drei DVDs werden dabei während des Spiels erstellt: eine bekommt Charles Barton, eine der Gasttrainer und die dritte geht an die BBL. Auch wenn die Trainer die DVD in der Regel sofort mitnehmen können, ist das Video-Team hinterher noch mindestens eine Stunde beschäftigt. "Nach Euroleague-Spielen haben wir aber auch schon bis ein Uhr nachts gearbeitet", erinnert sich Steffen.


Trotzdem geht natürlich auch hier mal etwas schief. "Wir haben schon mal aus Versehen jemandem eine leere Kassette mitgegeben", schmunzelt Steffen. In guter Erinnerung ist auch Murat Didin. Der Ex-Trainer hatte die Scouting-Kamera spontan an einen Journalisten verliehen, weswegen Steffen an jenem Spieltag seine eigene Kamera einsetzen mußte. "Die habe ich manchmal als Back-up dabei – wann, dafür habe ich inzwischen ein Bauchgefühl."


Das Scouting soll aber noch weiter verbessert werden. Zum Saisonstart kommt noch eine zweite Kamera hinzu. Während die jetzige immer den Bereich unter dem jeweiligen Korb zeigt, wird die neue auf die Totale gerichtet sein. Die Arbeit im Video-Team macht den Ehrenamtlichen viel Spaß, kostet aber auch einiges an Zeit. Deswegen sind es insgesamt zehn Leute, allesamt selbst passionierte Basketball-Spieler, die sich an den beiden Kameras abwechseln. Ein paar aus der Truppe sind schon seit der Meistersaison dabei. Beworben haben sie sich damals auf eine Anzeige auf der Homepage: "Videopiraten gesucht!" Oder wie Clemens es formuliert: "Wir versuchen einfach, schönes Hallenfernsehen zu machen."