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Letztes Spiel: 82:90 Sa 07.03. in Gießen Bericht

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63:59 – „Diesen Sieg haben wir einfach gebraucht“ – FRAPORT SKYLINERS holen gegen Vechta den ersten Turniersieg

Die FRAPORT SKYLINERS und RASTA Vechta liefern sich eine Partie, welche an Intensität, Einsatz und Leidenschaft kaum zu überbieten ist. Es geht um den ersten, so wichtigen Sieg im Turnier. Acht Punkte beträgt die höchste Führung für Vechta, fünf die Frankfurter. Zahlen, die nur im Mindesten andeuten, wie dieses Spiel sich gestaltet (15:17 – 16:17 – 14:10 – 18:15). Frankfurt tritt ohne Leon Kratzer, Shaquille Hines und Lamont Jones an, auch Headcoach Sebastian Gleim muss ab der 14. Minute mit seinem frühen zweiten Foul die Halle verlassen. Doch das Kollektiv beweist Charakter und eine Zähigkeit, die immer wieder in den anderen Spielen zum Vorschein kam. Heute belohnen sich Quantez Robertson und Co. aber für ihr Kämpferherz. Topscorer wird erneut Yorman Polas Bartolo mit 16 Punkten, dazu greift er sich auch neun Rebounds.

Letztes Gruppenspiel

Das letzte Gruppenspiel hat es noch mal in sich und bietet alle Chancen auf eine noch bessere Ausgangslage. Am Samstag geht es um 16:30 Uhr gegen Brose Bamberg. Natürlich live auf MagentaSport.

Stimmen zum Spiel

Sebastian Gleim (Headcoach FRAPORT SKYLINERS): „Ich habe die zweite Halbzeit nur gehört und im Ticker verfolgt. Dazu habe ich mit einigen Trainerkollegen geschrieben, um etwas Leben rein zu bekommen. Zum Beispiel hat mich Bundestrainer Henrik Rödl immer auf dem Laufenden gehalten. Das war schon eine besondere Situation. Ich bin schon viele Jahre Trainer, aber das war das erste Mal, dass ich ein Spiel nicht zu Ende gecoacht habe. Ich glaube, dieser Sieg bewirkt einiges bei unseren Spielern. Es fühlt sich wie eine Belohnung an. Gegen Berlin haben wir gut gespielt. Gegen Ludwigsburg waren es nur ein oder zwei Ballbesitze, die nicht gut liefen. In Summe haben wir diesen Sieg verdient. Yorman Polas Bartolo ist unglaublich. Es macht unheimlich viel Spaß mit ihm zu arbeiten. Ich bin sehr froh, dass er in diesem Turnier bei uns spielt. Vor dem Spiel gegen Bamberg werden wir unsere bisherigen Abläufe beibehalten und werden versuchen, den nächsten Sieg zu holen.“

Pedro Calles (Headcoach RASTA Vechta): „Glückwunsch an Frankfurt. Ich bin natürlich nicht glücklich mit dem Ergebnis. Aber ich zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft. Nur unsere Entscheidungsfindung am Ede war nicht die beste.“

Yorman Polas Bartolo: „Das war ein richtig hartes Spiel von beiden Teams. Für uns waren die gute Ballbewegung und die Rebounds die Schlüssel zum Sieg. Wir hatten gute Energie und haben gut gekämpft. Zudem waren wir sehr gut vorbereitet und wussten, dass Vechta eine sehr aggressive Verteidigung spielt. Wir haben darüber geredet, wie wir gegen sie den Ball laufen lassen müssen. Gegen Bamberg müssen wir unsere Energie weiter hoch halten, es gibt keine einfachen Spiele.“

Gytis Masiulis: „Unsere Verteidigung war heute der Schlüssel zum Sieg. Wir konnten in den letzten Minuten drei Offensivfouls ziehen, das war schon entscheidend. Der Sieg war extrem wichtig für uns, denn ich denke, dass wir jetzt gute Chancen auf das Weiterkommen haben. Das war unser großes Ziel vor dem Turnier. Und auch für den Kopf war der Sieg gut, wir haben ihn nach den schweren ersten beiden Spielen, die wir auch hätten gewinnen können, einfach gebraucht.“

Spielverlauf

Für Lamont Jones rückt Matt McQuaid geMAINsam mit Joe Rahon, Quantez Robertson, Richard Freudenberg und Gytis Masiulis in die Erste Fünf. Man merkt beiden Teams an, dass ihnen bewusst ist, wie wichtig diese Partie ist. Der erste Turniersieg soll her! Gegen die Ganzfeldpresse von Vechta gelingt es den FRAPORT SKYLINERS zunächst gut, den Ball in die Offensive zu bringen. Allerdings werden die Schützen von Vechta nicht nah genug verteidigt – 7:15 (5. Minute). Es ist dann Yorman Polas Bartolo, der seine Teamkollegen Huckepack nimmt und sie wieder an Vechta ranführt – 14:17 (8.). Vor allem Marco Völler fühlt sich inspiriert und rackert am offensiven Brett für zwei. So endet das erste Viertel 15:17.

Es geht weiterhin umkämpft und ausgeglichen zur Sache. Spielerische Leichtigkeit sucht man erst mal vergeblich. Dafür gibt es Intensität und jede Menge Einsatz. Es wirkt ein wenig wie ein Boxkampf, bei dem beide Teams versuchen, mit einem harten Schwinger einen entscheidenden Vorteil zu generieren – 22:24 (16.). Es ist dann natürlich Kapitän und Herz des Teams Quantez Robertson mit dem Dreier zur ersten Frankfurter Führung. Trotz hauchdünnem 29:28 Vorsprung ist Sebastian Gleim unzufrieden und macht seinem Unmut auch lautstark Luft. So muss er in der 19. Minute bereits sein zweites Technisches Foul hinnehmen und die Halle verlassen. Mit dem letzten Treffer von Vechta geht es mit 31:34 in die Halbzeitpause.

>> Zur vollständigen Statistik des Spiels<<

Ballverluste prägen die Anfangsphase des dritten Durchgangs. Nervosität und harte Verteidigung sind keine guten Ansätze für Schönwetterbasketball. Um im Wochentagsbildvergleich zu bleiben, erinnert das Spiel zunächst an einen verregneten Montagmorgen. Gerade mal sieben Punkte fallen insgesamt bis zur sechsten Minute des Viertels – 34:36. Und wenn so wenig Punkte fallen, sind Treffer gleich doppelt wertvoll. So sorgt der Dreier von Quantez Robertson für die 39:36 Führung (27.). Beim Stand von 45:44 geht es aus dem dritten Viertel.

So sauber war das Parkett der Münchener Spielstätte wohl lange nicht mehr. Immer wieder schmeißen sich Spieler dem Ball hinterher, bleiben in Blöcken hängen und rutschen auf den Boden. Nicht nur die Spieler, auch die Wischmobs sind mit Beginn des vierten Viertels bereits schweißgebadet. Zugenagelt scheinen die Körbe zu sein. So gut wie kein Wurf der FRAPORT SKYLINERS will durch den Metallring rutschen – 47:51 (35.). Ab der zweiten Hälfte des Viertels finden beide Teams ihren Rhythmus etwas besser, absetzen kann sich dennoch keiner. Tez Robertson erneut per Dreier zum 58:56 Vorsprung (38.). Vechta mit dem Dreier (60:59; 39. Minute), Frankfurt mit dem Fehlwurf, aber guter Verteidigung im Anschluss. Doch auch der nächste Angriff bringt nur Luft im Ring. Gute Verteidigung bringt aber erneut die Chance die Führung auszubauen. Gytis Masiulis wird unter dem Korb gefunden, legt den Ball rein, wird gefoult, trifft auch den Freiwurf. Noch 11 Sekunden, vier hoch – 63:59. Vechta im Angriff, ein Foul zu geben. Doch das Foul bekommt Vechtas Trevis Simpson, der sich unter dem Korb innigst mit Akeem Vargas beharkt. Und so steht der erste Turniersieg in den Büchern.

Geistesblitze in Reihe

Die Verteidigung von Vechta macht einen guten Job in der 14. Minute. Der Druck zwingt die FRAPORT SKYLINERS weit nach draußen in Richtung Mittellinie. Quantez Robertson hat dann den ersten Geistesblitz und findet den zur Freiwurflinie laufenden Joe Rahon. Auf einmal Panik in der Verteidigung. Alle Mann rennen Richtung Joe. Und der hat den nächsten Geistesblitz und bedient den ebenfalls vom Geistesblitz getroffenen Yorman Polas Bartolo auf dem Weg Richtung Korb. Der Athlet geht hoch und punktet trotz hartem Kontakt zum 21:24.

Wachstumsphase

Wenn es einen Spieler im Turnier gibt, dem man das Wachstum förmlich ansieht, dann ist es der erst 17-jährige Len Schoormann. Mit jedem Spiel, mit jeder Minute reift das Spiel des jungen Frankfurters. Defensiv nutzt er seine Geschwindigkeit und Athletik und vorne nimmt er es mit einem der besten Verteidiger der Liga in Max DiLeo auf. Freie Würfe werden mittlerweile mit einer gewissen Autorität genommen. Auf dem Weg zum Korb ist es vielleicht ab und an mal wild, aber ein wenig Lehrgeld – oder Wachstumsschmerzen – gehört dazu. So stehen zwar am Ende nur zwei Punkte für ihn da, doch mit drei Rebounds, zwei Assists und einem Steal lässt sich seine Statistik dennoch sehen.