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Saison 2014-15 - Erfolge, Erfahrungen, Erlebnisse 

Mit dem mit Abstand jüngsten Team der Beko BBL (Altersschnitt: 22.7) spielen die FRAPORT SKYLINERS eine Saison, die noch lange als erfolgreich in Erinnerung bleiben wird – auf dem Feld, aber auch abseits!

Sportlich betrachtet muss natürlich an erster Stelle das Erreichen des Final Four der EuroChallenge genannt werden, mit dem bei Antritt im europäischen Wettbewerb wohl nur Optimisten gerechnet hätten. Der größte Erfolg der Clubgeschichte auf internationalem Terrain war Erfahrung, Erfolg und Erlebnis zugleich. Aber auch der sechste Platz am Ende der regulären Beko BBL-Saison sowie die hart umkämpfte Playoff-Viertelfinalserie gegen München werden in die Geschichtsbücher eingehen, denn immerhin war es die erste Teilnahme an der Endrunde unter dem Namen FRAPORT SKYLINERS!

Nicht vergessen werden darf auch die Vize-Meisterschaft der NBBL-Mannschaft von Eintracht Frankfurt / FRAPORT SKYLINERS, die nach intensiven Spielen im Achtel- und Viertelfinale im TOP4 erst nach zweifacher Verlängerung ins Finale gegen München einzogen und somit die in dieser Spielzeit typischen Frankfurter Tugenden Wille, Einsatz und Herz unter Beweis stellten. Die FRAPORT SKYLINERS Juniors qualifizierten sich indes vorzeitig für die Playoffs, schieden aber nach großem Kampf und dem ersten Sieg in der Playoff-Geschichte der Juniors, in der ersten Runde gegen den Ersten der Nordstaffel aus Rostock aus.

 

Langfristige Planungen

Abseits des Parketts sind vor allen Dingen die Vertragsverlängerungen der langjährigen Partner Mainova, Hauptsponsor Fraport oder Technikpartner Aixit zu nennen und hervorzuheben. Aber auch neue Weggefährten wurden in die Frankfurter Basketball-Familie integriert, darunter xacca oder SKINS und natürlich der neue Fanclub des hessischen Landtags. „geMAINsam unter einem Dach“ lautete derweil das Motto der neuen Partnerschaft mit den Löwen Frankfurt. Mit der fünften Benefizgala zugunsten von „Basketball macht Schule“ konnte erneut die Fortführung des Vorzeige-Projektes sichergestellt werden.

Mit dem Blick auf den Anfang der Spielzeit wird schnell klar, dass ein langfristig angelegter Plan dem Handeln zu Grunde liegt. So gehörte zu den ersten Meldungen im Sommer, dass sich mit Niklas Kiel das deutsche Top-Talent für die Frankfurter Talentschmiede entschied. Die perfekte Infrastruktur und die Möglichkeit, neben dem Basketball sein Abitur zu machen, waren für den 2.07 Meter großen Flügelspieler ausschlaggebend. Kurz darauf folgte die Nachricht, dass man den eingeschlagenen Weg auf junge Deutsche zu setzen und Spieler weiter zu entwickeln, weiterhin mit Headcoach Gordon Herbert gehen wird. Der Kanadier verlängerte seinen Vertrag vorzeitig bis Sommer 2016. Und auch der komplette Trainerstab um Klaus Perwas, Eric Detlev und Dennis Wellm verlängerte im Zuge des Sommers, so dass mit Kontinuität an der Seitenlinie und in der Trainingshalle geplant werden kann.

Die nächsten entscheidenden Schritte betrafen dann wieder die Kaderplanung und auch hier wurde auf Nachhaltigkeit und Perspektive Wert gelegt. Denn vor allem die Möglichkeiten Johannes Voigtmann, Konstantin Klein und Danilo Barthel weiter in Frankfurt zu halten, legte den Grundstein für diese Saison, ist aber natürlich auch mit Blick in die Zukunft von entscheidender Bedeutung gewesen. Genau in diese Richtung war auch die Bindung von Jakob Merz, dem Bruder von Max, angedacht. Doch aufgrund von Knorpelschäden in beiden Füßen musste dieser mit nur 17 Jahren seine Karriere vorzeitig beenden. Nicht ganz so jung, aber mit vorübergehend gleichem Effekt, trat auch  Jacob Burtschi wegen anhaltender Rückenprobleme von der aktiven Karriere zunächst zurück. Für ihn stieß Aaron Doornekamp aus Braunschweig zum Team hinzu. Erfreulicherweise gab es aber im Verlauf der Saison den Rücktritt vom Rücktritt, so dass Aaron und Jacob gemeinsam auf dem Feld den Bällen hinterherjagen konnten.

Den Kader komplettierten dann kurz vor dem Trainingslager in Österreich Mike Morrison, Sean Armand und Mikko Koivisto, der für die Verletzten Kevin Bright und Stefan Ilzhöfer an Bord kam. Im Verlaufe der Saison trennte man sich von Aufbauspieler Richard Williams und verpflichtete Justin Cobbs an dessen Stelle – ein wahrer Glücksgriff, denn mit dem wieselflinken Point Guard nahm die Saison merklich an Fahrt auf.

Internationales Flair

International gesehen, kann die Saison 2014/15 als absoluter Erfolg betrachtet werden. Denn schon im Sommer traten Johannes Voigtmann und Danilo Barthel auf großer, internationaler Bühne auf. Während Jo sich beim renommierten EuroCamp vor internationalen Scouts und Trainern mit den besten europäischen Talenten maß und sich in die Notizbücher so mancher Experten spielte, sammelte Danilo erste NBA-Luft im Summer League-Team der Miami Heat.

Auch ein anderes Duo konnte internationale Erfolge verbuchen. Niklas Kiel und der damals noch einsatzbereite Jakob Merz schafften mit der U18-Nationalmannschaft den Sieg der B-Europameisterschaft und somit die Qualifikation für die A-Klasse. Beide standen im Turnierverlauf in allen Spielen in der Startformation und konnten ihre jeweiligen Qualitäten gut in Szene setzen. Niklas wurde im Februar sogar eine ganz besondere Ehre zuteil: Er wurde zum NBA Basketball Without Order (BWB)-Camp eingeladen und dort zum Allstar gewählt! Allstars wurde er später auch gemeinsam mit seinen Teamkollegen Armin Musovic und Lennart Okeke in der NBBL.

Für die Profis der FRAPORT SKYLINERS ging es im Trainingslager der Saisonvorbereitung nach Österreich. Dort wurde nicht nur intensiv trainiert, sondern auch ganz hervorragend Basketball gespielt. Als Turniersieger ging man in Oberwart vom Feld und gewann das Finale gegen den österreichischen Meister aus Güssing mit 97:60. Übrigens ging man ungeschlagen sogar durch die gesamte Saisonvorbereitung.

Doch redet man über internationale Erfolge in der Saison 2014/15 dann sticht selbstverständlich der furiose Einzug in das Final Four der EuroChallenge hervor. Denn nach dem denkbar schlechtesten Start mit der 94:59 Niederlage im belgischen Aalst war der Gedanke an ein Weiterkommen in die nächste Runde zunächst weit weg. Doch das Team fing sich, spielte von Partie zu Partie besser und qualifizierte sich für die zweite Runde – das gesteckte Ziel war erreicht. Ein besonderes Highlight, welches allerdings mit der Schlusssirene verloren ging, war dabei sicherlich das Heimspiel gegen die Schweden von Boras Basket, welches in Rüsselsheim ausgetragen wurde.

Doch nun hatte die Mannschaft Gefallen am europäischen Treiben gefunden, zeigte unbändigen Willen und Kämpferherz – was insbesondere natürlich im Spiel gegen die Niederländer aus Den Bosch in zweifacher Verlängerung zu Tage kam – und schaffte den ersten Platz der Gruppe und somit die Qualifikation für das Viertelfinale.

Der Gegner hieß hier Krasnoyarsk – rund 6500 Kilometer entfernt, hinter dem Ural im russischen Sibirien. Als Gruppenerster hatte man Heimvorteil und musste somit nur einmal die beschwerliche Reise antreten. Gegen die Russen ging es in der Best-of-Three-Serie über die volle Distanz, alle Spiele waren dabei spannungsgeladen und schwer umkämpft. Höhepunkt war dabei das entscheidende Spiel Drei, bei man zur Halbzeit mit 25:44 hinten lag, doch dank des Heimvorteils und einem unfassbaren Kämpferherz am Ende mit 85:80 gewann. Die Qualifikation für das Final Four war geschafft.

Im türkischen Trabzon sollte das Final Four ausgetragen werden (zum Tagebuch). Im Halbfinale ging es gegen das französische Topteam aus Nanterre, die andere Begegnung fand zwischen den Gastgebern aus Trabzon und dem rumänischen Vertreter aus Targu-Jiu statt. In einer spannenden und spektakulären Partie musste man sich im Halbfinale erst in den letzten Sekunden den Franzosen geschlagen geben. Ein Buzzer Beater sollte auch im Spiel um Platz Drei gegen die Rumänen dafür sorgen, dass man eine grandiose Spielzeit auf europäischem Parkett auf dem vierten Platz beendete.

Von Anfangsschwierigkeiten und starken Läufen

In der Beko BBL gestaltete sich der Auftakt, ähnlich wie in der EuroChallenge, als überaus schwierig. Nicht nur, dass man mit einer Bilanz von 1:6 Siegen kurzzeitig auf dem letzten Tabellenrang stand, auch das Verletzungspech schlug immer wieder unbarmherzig zu. Die Aufbauspieler Richard Williams und Konstantin Klein fielen zu Beginn der Saison aus, im weiteren Saisonverlauf sollte es tatsächlich jeden Spieler im Team mindestens einmal erwischen, bzw. musste jeder Spieler mindestens eine Partie aussetzen.

Es folgte allerdings eine erste, wichtige Kehrtwende für den weiteren Saisonverlauf, bei der gleich mehrere Dinge zusammenkamen. Zunächst erfolgte aufgrund des Ausfalls aller Aufbauspieler die Verpflichtung von Justin Cobbs, der sich als wahrer Glücksgriff erwies. Gleichzeitig ging ein Ruck durch die Mannschaft, der dazu führte, dass zunächst die beiden Spiele gegen Tübingen und auswärts beim Event-Game in Leipzig gegen den Mitteldeutschen BC (erstmals mit Justin) gewonnen wurden. Außerdem kamen in dieser Phase die vielen Spiele durch die Doppelauslastung von Beko BBL und EuroChallenge der Mannschaft zugute, denn man konnte Justin quasi im Vollsprint integrieren und als Team zurück in den Rhythmus finden. Die Folge: wettbewerbsübergreifend sieben Siege in Folge und jede Menge Momentum für die Zukunft.

Punkt um Punkt arbeitete sich das Team in der Tabelle nach oben. Kombiniert verlor man im Januar und Februar wettbewerbsübergreifend nur drei Spiele, während man zehn Spiele für sich entschied. Gordon Herbert sollte nach der Saison auch von dieser Phase als besonderen Moment für die Mannschaft sprechen, denn drei Siege in Verlängerung gegen Den Bosch (zweifache Verlängerung) sowie in Oldenburg und Saratow (ebenfalls zweifache Verlängerung) waren ein richtiger Beweis für den Charakter des Teams. In den sozialen Netzwerken wurde teilweise schon von den FRAPORT OVERTIMERS geschrieben.

Schönes Zwischenspiel dann für Johannes Voigtmann und Danilo Barthel. Beide wurden ins Team National des Beko BBL ALLSTAR Days gewählt und vertraten die Frankfurter Farben beim großen ´Get-together´ der besten Spieler der Liga. Danilo war dabei sogar Teilnehmer beim Dreierwettbewerb!

In einem Trainingslager auf Mallorca galt es Ende März, Anfang April ein wenig den Kopf freizubekommen und sich auf den Endspurt in der Beko BBL und EuroChallenge einzustimmen. Und der Plan ging zumindest in größten Teilen auf. Das Final Four des europäischen Wettbewerbs rausgerechnet, gewann man im letzten Monat der regulären Spielzeit fünf von sechs Spielen. Darunter auch das Heimspiel gegen München (76:73), bei dem man zwischenzeitlich mit 19 Punkten hinten lag und in einem furiosen Finish am Ende gewinnen konnte – ein erster Vorgeschmack auf die kommenden Playoffs, in denen man ebenfalls auf den amtierenden Meister treffen sollte.

Bevor es aber in die heißeste Phase der Saison ging, gebührte noch Ehre, wem Ehre gebührt: Johannes Voigtmann wurde gleich zweifach von der Liga ausgezeichnet. Mit den Awards zum ´Most Improved Player´ und zum besten deutschen Nachwuchsspieler unter 23 Jahren wurden seine starken Leistungen gewürdigt. Seine Statistiken von 12.2 Punkten, 5.9 Rebounds sowie für einen Center ungewöhnliche 2.5 Assists bei einer Effektivität von 15.9 waren gute Argumente für die doppelte Preisvergabe.

#PlayoffsBaby

Zum ersten Mal zogen die Frankfurter Basketballer unter dem Namen FRAPORT SKYLINERS in die Endrunde der Beko BBL ein. Als Sechstplatzierter beendete man die Hauptrunde und traf dementsprechend auf den Dritten, den amtierenden Meister aus München.

Spiel Eins der Serie fand also in München statt. Wegen eines Magen-Darm-Virus blieb Headcoach Gordon Herbert der Partie fern. Die kompletten Playoffs aussetzen musste zudem Aufbau Konstantin Klein, der im Laufe der Saison am Knie operiert wurde. Die erste Halbzeit entpuppte sich als ausgeglichen, doch in der 19. Minute fand das Spiel und die Serie eine aus Frankfurter Sicht unerfreuliche Wende. Johannes Voigtmann landete beim Versuch einen Wurf von Münchens Heiko Schaffartzik zu blocken, auf dem Fuß des Müncheners, knickte um, riss sich ein Band im Knöchel und konnte von da an nicht mehr in den Playoffs auflaufen. Nichtsdestotrotz blieb man im Spiel, kämpfte unermüdlich und verlangte den Gastgebern alles ab. Erst einige Distanzwürfe zum Ende des Spiels ließen das Match an die Münchener gehen – 83:72.

Spiel Zwei in der Fraport Arena zeigte noch mal all jene Qualitäten der Frankfurter Mannschaft, welche sie zu einer der Überraschungsmannschaften des Jahres werden ließ: Toller Teambasketball und spektakuläre Aktionen ließen den Münchenern keine Chance und verwandelten die Fraport Arena in ein Tollhaus. Mit 93:69 gewann man und fügte dem Team des ehemaligen Bundestrainers Svetislav Pesic ihre bis dahin höchste Niederlage in der vierjährigen Beko BBL-Geschichte zu.

Für Spiel Drei ging es zurück in die Landeshauptstadt Bayerns. Die physische Gangart der Partie verlangte beiden Teams viel ab, doch da die Gastgeber das bessere Zielwasser in ihren Flaschen hatten, setzten sie sich am Ende mit 82:64 durch.

Zurück nach Frankfurt für Spiel Vier. Bis ins dritte Viertel konnte man gegen die tief besetzten Gäste sehr gut mithalten, war teilweise sogar die bessere Mannschaft. Doch dann musste man der Foulbelastung und kurzen Rotation Tribut zollen. Am Ende verlor man mit 71:92, doch war das Ergebnis und damit das Ausscheiden aus den Playoffs fast schon beiläufig. Denn mit minutenlangen Standing Ovations noch während des Spiels verneigte sich die Fraport Arena vor einem Team, dass niemals aufsteckte, einen unbändigen Willen bewies und eine Saison hinlegte, mit der selbst die optimistischen Fans nach 55 Spielen, 20 Heimsiegen in der Fraport Arena und 7.725 Minuten nicht gerechnet hätten.